23.09.2015
Deutschland: NRW: Mehr islamischer Religionsunterricht
NRW: Ab 2019 auch in der Oberstufe islamischer Religionsunterricht - Salafisten suchen immer häufiger Kontakt zu Flüchtlingen
Deutschland: NRW: Mehr islamischer Religionsunterricht
NRW: Ab 2019 auch in der Oberstufe islamischer Religionsunterricht -
Salafisten suchen immer häufiger Kontakt zu Flüchtlingen
Düsseldorf (idea) - In Nordrhein-Westfalen wird ein Lehrplan für den islamischen Religionsunterricht in der Oberstufe erarbeitet. Wie es auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea aus dem nordrhein-westfälischen Schulministerium (Düsseldorf) heißt, könnte dieser Unterricht ab 2019 schrittweise eingeführt werden. Es gebe „bereits jetzt“ einzelne Schulen, die an der Erteilung interessiert seien. Sie böten derzeit Arbeitsgemeinschaften für ihre Schüler an, die aber für das Abitur nicht entscheidend seien. Nordrhein-Westfalen war das erste Bundesland, das den islamischen Religionsunterricht als versetzungsrelevantes Schulfach in der Grundschule (2012) und in der Sekundarstufe I (2013) einführte. Ausgenommen ist also bislang die Oberstufe. Laut Schulstatistik sind in Nordrhein-Westfalen von rund 2,5 Millionen Schülern etwa 349.000 Muslime. Derzeit nehmen rund 7.000 Schüler an 99 Grundschulen und 6.700 Schüler an 77 weiterführenden Schulen am islamischen Religionsunterricht teil. Schulministerin Sylvia Löhrmann (Bündnis 90/Die Grünen) hatte unlängst eingeräumt, dass dies „vergleichsweise kleine Zahlen“ seien. In Nordrhein-Westfalen gibt es das Fach Religion für sieben Bekenntnisse: katholisch, evangelisch, orthodox, syrisch-orthodox, jüdisch, islamisch und alevitisch.
Salafisten suchen immer häufiger Kontakt zu Flüchtlingen
Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen hat aktuell 30 Hinweise
Düsseldorf (idea) - Immer häufiger suchen radikal-islamische Salafisten systematisch den direkten Kontakt zu Flüchtlingen, um neue Anhänger zu gewinnen. In Nordrhein-Westfalen gibt es aktuell 30 konkrete Hinweise auf solche Aktionen. Das sagte der Leiter des NRW-Verfassungsschutzes, Burkhard Freier (Düsseldorf), am 22. September im „heute journal“ des ZDF. Die Flüchtlinge seien in einer Notsituation und würden oft nicht sofort erkennen, dass es sich bei ihrem Gegenüber um extremistische Muslime handele. Sie suchten Kontakt und Hilfe und „erkennen möglicherweise erst spät, dass es hier um Ideologie geht und nicht um Religion“, so Freier. Auch der Wuppertaler Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert warnte. Salafisten, die „betont unauffällig“ in Alltagskleidung Hilfsgüter an Flüchtlinge verteilen, gehe es vermutlich in Wirklichkeit darum, Menschen für die Netzwerke zu rekrutieren. Weiter heißt es in dem Beitrag, dass einer der bekanntesten Köpfe der Salafisten, Pierre Vogel, ausdrücklich im Internet aufrufe, mit den Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen. Der Sozialwissenschaftler Klaus Spenlen von der Universität Düsseldorf schätzt, dass 70 Prozent der ankommenden Flüchtlinge junge, ledige Männer und damit die ideale Zielgruppe für Salafisten seien. Sie hätten nur dann keine Chance, wenn es in Deutschland gelinge, die Neuankömmlinge beispielsweise durch Arbeits- oder Studienplätze zu integrieren.