25.09.2015

Nepal: Hindu-Extremisten wollen Christentum auslöschen

Kathmandu (idea) – Die extremistische Hindu-Organisation „Hindu Morcha Nepal“ will das Christentum in dem südasiatischen Land auslöschen. Die Ankündigung gilt als Reaktion auf die neue Verfassung, die das nepalesische Parlament Mitte September verabschiedet hatte. Sie definiert Nepal als säkularen Staat und lehnt damit den Anspruch radikaler Gruppen ab, den Hinduismus zur Staatsreligion zu machen. Für die neue Verfassung machen die Nationalisten vor allem Christen verantwortlich. In der Erklärung von „Hindu Morcha Nepal“ heißt es: „Das Christentum ist der größte Störfaktor der nationalen Einheit. Deshalb beginnen wir jetzt mit unserer Mission, das Christentum auszurotten, und rufen das nepalesische Volk auf, unser Land vom christlichen Glauben rein zu halten.“

Verfassung verbietet Bekehrungsversuche

Die Verfassung beinhaltet jedoch auch Einschränkungen für Christen. So werden darin Bekehrungsversuche unter Strafe gestellt. Das bedeutet, dass Christen nicht missionieren dürfen. Das reicht den radikalen Hindus aber nicht. Sie verübten unmittelbar nach der Bekanntgabe des Parlamentsbeschlusses Anschläge auf drei Kirchen in den südöstlichen Städten Damak, Khajurgachi und Gauradaha. In zwei Kirchen detonierten Sprengsätze und richteten Sachschaden an. „Glücklicherweise wurde keiner von unseren Gemeindemitgliedern verletzt“, bestätigte der Pastor der Gemeinde in Damak, N. A. Thulung, dem Informationsdienst Asia News. In allen drei Kirchen fanden die Behörden auch anti-christliche Flugblätter. Auf ihnen warnen die Extremisten vor einer Christianisierung Nepals durch ausländische Mächte und fordern die Christen auf, sich wieder zum Hinduismus zu bekehren. Etwa 75 Prozent der 26,5 Millionen Einwohner Nepals sind Hindus, 16 Prozent Buddhisten, fünf Prozent Christen und vier Prozent Muslime.