23.08.2017
Philippinen: Katholische Bischöfe fordern ein Ende des Tötens
Über 12.500 vermeintliche Drogenhändler wurden bisher erschossen
Manila (idea) – Im Kampf des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte (Manila) gegen Drogenkriminelle sind seit seinem Amtsantritt im Juni 2016 über 12.500 Menschen von der Polizei getötet worden. Das berichtet das Internetportal „Christianity Today“. Um sein Ziel einer „drogenfreien Gesellschaft“ zu erreichen, werde er noch weit mehr Menschen erschießen lassen, kündigte Duterte an. Dagegen haben nun katholische Bischöfe des Landes protestiert. Das Gemetzel müsse aufhören, erklärten Kardinal Luis Tagle (Manila) und Erzbischof Sokrates Villegas (Lingayen/Insel Luzon). Tagle rief vor allem die beteiligten Polizisten auf, ihrem Gewissen zu folgen und nicht länger „Menschenleben zu verschwenden“. Das Drogenproblem könne man nicht mit Gewalt lösen. Villegas appellierte an die Kirchengemeinden, aus Protest gegen die Tötungen täglich um 20 Uhr die Glocken läuten zu lassen. Er erinnerte an das biblische Gebot „Du sollst nicht töten“. Die Erschießungen bezeichnete er als Sünde.
Kritik an Menschenrechtsverletzungen durch die Polizei
Duterte hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, Tausende „Drogenkriminelle“ töten zu lassen. Allein in der vergangenen Woche wurden landesweit 76 mutmaßliche Drogenhändler von der Polizei erschossen, darunter ein 17-jähriger Gymnasiast. Er habe zuerst auf die Polizisten geschossen, teilte die Polizei mit. An dieser Darstellung werden vor allem in den sozialen Medien immer wieder Zweifel laut. Amnesty International und andere Organisationen sprechen von massiven Menschenrechtsverletzungen durch die Polizei. Von den rund 104 Millionen Einwohnern des Landes sind 83 Prozent Katholiken, sieben Prozent Protestanten und fünf Prozent Muslime.