08.12.2019

Deutschland: Antisemitismus an Schulen

Neue Arbeitsgruppe soll Umgang verbessern. - Kultusminister Lorz: Geschlossen gegen Judenhass und Ausgrenzung

Berlin (idea) – Um den Umgang mit Antisemitismus an Schulen zu verbessern, haben der Zentralrat der Juden in Deutschland, die Kultusministerkonferenz (KMK) und die Bund-Länder-Kommission der Antisemitismusbeauftragten eine gemeinsame Arbeitsgruppe einberufen. Wie die Konferenz mitteilte, soll das 15-köpfige Team eine gemeinsame Empfehlung erarbeiten, die Lehrkräften eine Orientierung im Umgang mit den verschiedenen Formen des Antisemitismus gibt und Handlungsstrategien aufzeigt. Darüber hinaus soll es darum gehen, das Thema Antisemitismus-Bekämpfung flächendeckend und nachhaltig in der Lehrerbildung zu verankern.

Schuster: Kein Kind wird als Antisemit geboren

Wie der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster (Würzburg), erklärte, ist das Ziel des Antisemitismus die Zerstörung der offenen und demokratischen Gesellschaft. Jedoch werde kein Kind als Antisemit geboren. „Wir weisen seit Jahren darauf hin, dass Bildung ein Schlüssel zur Bekämpfung des Antisemitismus ist“, so Schuster. Der Präsident der Kultusministerkonferenz und Hessische Kultusminister, Prof. Ralph Alexander Lorz (CDU/Wiesbaden), sagte: „In letzter Zeit sind immer wieder antisemitische Anfeindungen im Klassenzimmer oder auf dem Pausenhof zu verzeichnen – und das nicht nur an Schulen in sozial herausfordernden Lagen.“ Umso wichtiger sei es, geschlossen ein Zeichen gegen jede Form von Judenhass und Ausgrenzung zu setzen. Der Zentralrat der Juden in Deutschland vertritt als Dachverband die politischen und gesellschaftlichen Interessen der 23 Landesverbände und 105 Jüdischen Gemeinden. Zum Plenum der Kultusministerkonferenz gehören die für Bildung, Wissenschaft und Kultur zuständigen Minister bzw. Senatoren der 16 Länder.