14.11.2019

China: Nachrichten aus Kirchen und Hauskirchen

Staatlicher Druck auf Christen örtlich sehr verschieden

Abrissarbeiten an großer Kirche

[CA] In Funan in der Provinz Anhui sind am 19. Oktober unter dem Schutz von Polizeikräften durch staatliche Kräfte Abrissarbeiten an einer großen Kirche durchgeführt worden, die Platz für 3.000 Gottesdienstbesucher geboten hat. Es sind zwar Bilder vom Beginn der Abrissarbeiten ins Ausland gelangt, jedoch sind bisher keine Bilder aufgetaucht, die zeigen würden, wie weit die Abrissarbeiten durchgeführt wurden. Begründet wurde die Aktion mit dem Hinweis, dieser Stadtbezirk würde umgeplant. Die Kirche war als eine offizielle Kirche registriert. Die beiden Pastoren der Gemeinde, GENG Yiming und SUN Yongyao, wurden Tage nach diesem Überfall verhaftet, weil sie Menschen zur Störung der gesellschaftlichen Ordnung veranlasst hätten.

Red. AKREF: siehe auch Info vom 23.10.19

Staatlicher Druck auf Christen örtlich sehr verschieden

[CPS] Es dringen nur höchst spärliche Informationen über die Situation der chinesischen Gemeinden nach außen. Es verdichtet sich aber der Eindruck, dass das Ausmaß der Behinderungen und Restriktionen örtlich sehr unterschiedlich ist. Es gibt Orte, an denen alles noch recht ruhig ist, doch an anderer Stelle greifen die Behörden zu höchst rigorosen Maßnahmen.

Schlecht bezahlte Pastoren und Prediger

[CS] Die Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus ist zwar die wichtigste und ehrenvollste Aufgabe eines Christen, doch gerade die Pastoren und Gemeindeleiter werden in China extrem schlecht bezahlt. Dies gilt sowohl bei den Hauskirchen als auch bei den offiziell registrierten Kirchen und führt auch dazu, dass junge Pastoren nur sehr schwer eine Frau finden, die bereit ist, unter großen finanziellen Einbußen eine Ehe einzugehen.

Gemeindeglied der Frühregen-Kirche freigelassen

[ICC] GUO Zhongcan, ein Gemeindeglied der Frühregen-Kirche in Chengdu, war seit dem 15. März verschwunden und befand sich seither im Gefängnis wegen „Anstachelung zur Untergrabung der Staatsgewalt“. Am 22. Oktober ist er wieder freigelassen worden. Dies war aber nicht seine erste Verhaftung, denn schon mit 23 Jahren wurde er zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er als Journalist über die unmenschliche Behandlung von Gefangenen berichtet hatte. Pastoren dieser Gemeinde hatten im letzten Jahr den staatlichen Behörden öffentlich Vergehen gegen die Menschenrechte vorgeworfen.