15.12.2019

Europa: Christen erleben immer öfter subtile Diskriminierung

Beobachtungsstelle: Zunehmende „Verfolgung mit Samthandschuhen“

Wien/Würzburg (idea) – In Europa gibt es immer mehr Fälle von subtiler Diskriminierung und Intoleranz gegen Christen. Das sagte der Vorsitzende der „Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen“, Martin Kugler (Wien), gegenüber der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“ (Würzburg). Anlass waren Aussagen von Papst Franziskus. Er hatte in seiner Generalaudienz am 11. Dezember erklärt, auch in Europa gebe es mittlerweile Christenverfolgung. Dazu sagte Kugler, unter Verfolgung hätten vor allem Christen außerhalb Europas zu leiden, aber auch in europäischen Ländern nähmen Druck und Ausgrenzung gegen gläubige Menschen zu. Es gebe das wachsende Phänomen einer „höflichen Christenverfolgung, quasi mit Samthandschuhen“. Sie zeige sich in rechtlichen Einschränkungen und extremen Formen von Intoleranz, die in vielen Ländern Europas zunächst eher subtil und ohne öffentliche Diskussionen passierten. Dabei gehe es um die Gewissensfreiheit von Christen oder um Regierungen, die angeprangert würden, wenn sie den Schutz christlicher Werte, wie zum Beispiel von Ehe und Familie, bewahren wollten. Viele Christen, die ihren Glauben im Alltag ernstnähmen, erlebten Feindseligkeiten. Oft würden sie in ihrer Religions-, Rede- und Gewissensfreiheit oder in Elternrechten eingeschränkt. Im Jahr 2018 haben sich nach Recherchen der Beobachtungsstelle mehr als 325 Vorfälle dieser Art in 14 europäischen Staaten ereignet. In Deutschland hat es demnach 66 registrierte Vorfälle gegeben. Dazu zählten zahlreiche Angriffe auf Kirchen, aber auch die Diskriminierung der christlichen Hochschulorganisation SMD (Studentenmission in Deutschland). Ihr war an einigen Universitäten verboten worden, Räume zu nutzen und Flugblätter zu verteilen.