18.12.2019

Ägypten: Ein Mädchen namens Araj

Wenn Kinder Verfolgung erfahren

(HMK)  Araj, 16, lebte mit ihren Eltern und drei Geschwistern in Oberägypten. Die Ehe ihrer Eltern war nicht besonders glücklich, ihr Vater und ihre Mutter stritten sich viel und trennten sich schließlich.

Malli, Arajs Mutter, zog mit ihren vier Töchtern um in ein anderes Gebiet. Die fünf kämpften ums Überleben, weil Mallis Ex-Mann die Unterhaltszahlungen nicht leistete. Weil er Polizist ist, konnte sie rechtlich nicht gegen ihn vorgehen. In dieser Zeit begab sich Malli auf die Suche: Sie wollte den wahren Glauben kennen lernen. Als Muslim begann sie deshalb, Allah darum zu bitten, ihr den Weg zu ihm zu zeigen. Aber nichts veränderte sich. Sie suchte weiter. Eines Tages traf sie auf einen Christen, der mit ihr über Jesus sprach. Sie war bereit, mehr zu erfahren, und hörte aufmerksam zu, als Anwar* ihr erklärte, dass Jesus sie liebte. Am Ende war Malli überzeugt und nahm Jesu‘ Geschenk der Erlösung für sich an. Eine tiefe Freude erfüllte sie, dass sie nun endlich den wahren Gott gefunden hatte! Von da an traf sie sich regelmäßig mit Anwar, der ihr half, mehr über das Christentum zu erfahren. Schritt für Schritt wuchs sie im Glauben.

Malli wollte gern, dass auch ihre Töchter Jesus Christus kennenlernten, und so nahm sie die vier zu einem Treffen mit. Araj und zwei ihrer Schwestern bekehrten sich ebenfalls. Nur die Jüngste zeigte kein Interesse. Kurze Zeit später baten Malli und ihre drei gläubigen Töchter um die Taufe. Anwar kümmerte sich darum. An ihrem Taufgottesdienst waren sie überglücklich und strahlten vor Freude. Sie trafen sich weiterhin regelmäßig mit Anwar, um mit ihm gemeinsam in der Bibel zu lesen.

Eines Tages rief Mallis Ex-Mann an und sprach mit seiner jüngsten Tochter. Sie informierte ihn darüber, dass ihre Mutter und ihre drei Schwestern Christen geworden waren und sich hatten taufen lassen. Der Vater war außer sich vor Zorn. Noch am selben Abend stand er plötzlich vor ihrer Haustür. Er verprügelte Malli und die drei älteren Mädchen. Anschließend entkleidete er seine Ex-Frau gewaltsam und stieß sie nackt auf die Straße. Er forderte seine Töchter auf, ihrem neuen Glauben abzuschwören und wieder zum Islam zurückkehren. Sie weigerten sich.

Ein Nachbar bekam den Tumult mit, zog Malli zu sich ins Haus und gab ihr etwas zum Anziehen. Araj Vater nahm seine vier Töchter mit nach Oberägypten, wo die Gewalt kein Ende nahm – dieses Mal auch durch die Hand anderer Familienangehöriger. Anschließend kehrte er zurück zu dem Haus seiner ehemaligen Frau, verhaftete sie und brachte sie zur Polizeidienststelle. Dort wurde sie verhört und gefoltert. Die Beamten wollten herausfinden, wer ihr vom Christentum erzählt hatte, aber sie weigerte sich mutig, zu antworten.

Mallis Ex-Mann reiste schließlich zurück nach Oberägypten und sperrte seine Töchter bei sich zu Hause ein. Er bestrafte sie weiterhin gewaltsam, wobei Araj als Älteste der vier Mädchen am schwersten misshandelt wurde. Ihr Vater ging davon aus, dass ihre jüngeren Schwestern ihr folgen würden, wenn sie sich vom Christentum abwenden würde. Aber Araj blieb ihrer Liebe zu Jesus Christus und ihrem Glauben treu. Obwohl sie unter ihrem Vater litt, bat sie Jesus um Vergebung für ihn. Eines Tages schlug er sie in einem Wutanfall noch heftiger als sonst. Araj starb.

Voll Reue darüber, dass er seine Tochter umgebracht hatte, veranlasste der Vater die Freilassung von Malli. Sie kehrte gemeinsam mit den übrigen drei Mädchen zu sich nach Hause zurück. Ihr ehemaliger Mann wurde nie gesetzlich für das Verbrechen an seiner Tochter belangt. Malli und ihre Kinder leben nun in großer Angst. Nachdem Araj gestorben war, hat sich die jüngste Schwester ebenfalls bekehrt. Doch quälen sie wegen ihres Todes Schuldgefühle. Bitte beten Sie für sie – und dafür, dass Malli mit ihren Kindern in Zukunft in Frieden ihren Glauben leben kann.