22.11.2019
Deutschland: Berichte vom Maleachi-Tag
"Evangelikale Bewegung steckt in einer Identitätskrise" - Über 400 Besucher in Bielefeld – Symptom der Krise ist „theologische Verwirrung“
Bielefeld (idea) – Die evangelikale Bewegung steckt in einer dramatischen Identitätskrise. Diese These vertrat der Theologe und Publizist Wolfgang Nestvogel (Hannover) auf dem „Maleachi-Tag“ in Bielefeld. An der Veranstaltung des Maleachi-Kreises nahmen über 400 Besucher teil. Ein Symptom der Krise sei „die theologische Verwirrung in vormals richtungsweisenden Institutionen wie der Evangelischen Allianz, die inzwischen davon ausgeht, dass man Christ im Sinne der Bibel und zugleich bekennender Katholik sein kann“. Ein rettender Glaube verlasse sich einzig und allein auf den Sohn Gottes. Sein einmaliger Sühnetod reiche aus, um Sünder mit Gott zu versöhnen und in den Himmel zu bringen. Genau das aber bestreite die katholische Erlösungslehre.
Liebe zu Jesus Christus ist wichtigste Kraftquelle
Der evangelikale Verleger und Buchhändler Wolfgang Bühne (Meinerzhagen) rief bei der Veranstaltung dazu auf, von der Seelsorge Jesu im Umgang mit Petrus (Johannes 21) zu lernen. Sie zeige, dass ungeteilte Liebe zu Jesus Christus oberste Priorität und Kraftquelle im Leben und Dienst eines Christen sein müsse. Der Pädagoge und Pastor David Winkelhake (Bielefeld) ermutigte die Teilnehmer, beim Aufbau ihrer Gemeinden auf die Tragfähigkeit der biblischen Wahrheit zu vertrauen. „Wir brauchen solide und gewisse Antworten auf die zentralen Fragen von Sünde, Vergebung und Christologie, aber auch im Bereich der biblischen Ethik.“ Dafür sei es unverzichtbar, die „Auslegungspredigt“ in den Gemeinden zu fördern und in den Gottesdiensten eine gründliche Bibelexegese zu vermitteln. Nur so könnten Christen mündig werden.
Verfolgte Christen können ein Vorbild sein
Der Leiter der Mission für Süd-Ost-Europa, Friedemann Wunderlich (Freudenberg bei Siegen), sagte in seinem Vortrag, er begegne auf seinen Reisen verfolgten Christen, die ein Vorbild seien. Sie bezeugten, dass der äußere Druck für ihr Glaubenswachstum förderlich gewesen sei. Angesichts der im Westen bestehenden Freiheit müssten Christen besonders wachsam sein und dürften sich nicht von ihrer wichtigsten Aufgabe ablenken lassen. Die Verkündigung des Evangeliums zur ewigen Rettung von Verlorenen dürfe nicht durch innerweltliche Transformationskonzepte relativiert oder verdrängt werden. Der 2002 gegründete Maleachi-Kreis versteht sich als Zusammenschluss bibeltreuer Verantwortlicher, die ihr Anliegen auf den Bibelvers Maleachi 3,16 gründen: „Da unterredeten sich miteinander, die den Herrn fürchteten.“ Durch Konferenzen und Tagungen will der Kreis für eine bibeltreue Verkündigung sorgen. Erster Vorsitzender ist der Theologe und Autor Johannes Pflaum (Neu St. Johann/Schweiz).