26.12.2019
Deutschland: Am 26. 12. wird der verfolgten Christen gedacht
Hermann Gröhe: Religion wird immer mehr zur Ausgrenzung missbraucht
Berlin (idea) – Religion wird immer mehr zur Ausgrenzung missbraucht. Dieser populistische Trick führt zu Hass in Gesellschaften. Das beklagt der Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Hermann Gröhe (Neuss). Anlass ist der zweite Weihnachtstag, der traditionell dem ersten Märtyrer der Christenheit, Stephanus, gewidmet ist. Gröhe erklärte in einer Pressemitteilung, dass Religionsfreiheit ein Menschenrecht sei: „Wir können etwa in Indien, Pakistan, Nigeria oder Burkina Faso beobachten, was passiert, wenn die Unterdrückung von Minderheiten zum Mittel religiös-nationalistischer und rassistischer Bewegungen wird. Zu einem glaubwürdigen Einsatz für die Religionsfreiheit gehört aber auch der Blick ins eigene Land und die entschlossene Abwehr aller Formen von Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Fremdenhass in Deutschland.“
Vorsitzender des Stephanuskreises: Für die Menschenrechte stark machen
Der Vorsitzende des Stephanuskreises in der CDU/CSU-Fraktion, Heribert Hirte (Köln), sagte, dass Christenverfolgung kein exklusives Thema für die Christenheit sei, so „wie Muslimhass oder Antisemitismus auch nicht nur Sache von Muslimen oder Juden sind“. Der Wettbewerb der Werte und Systeme habe sich globalisiert. Mit dem Einfluss Chinas werde auch der Einfluss autoritärer Werte steigen: „Umso wichtiger ist es, dass Christen nicht schweigen, wenn Gläubige Opfer von Mordkampagnen werden. Vielmehr müssen sie sich für die Menschenrechte in Gänze stark machen. Das gilt für die Zivilgesellschaft wie auch für die Politik.“ Der Stephanuskreis ist ein überkonfessionelles Gesprächsforum innerhalb der Unionsfraktion im Bundestag. Er kümmert sich um die Situation verfolgter Christen in aller Welt. Am 26. Dezember begeht die katholische Kirche in Deutschland den „Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen“. Die (katholische) Deutsche Bischofskonferenz hatte im Vorfeld dazu aufgerufen, in den Gottesdiensten am zweiten Weihnachtstag insbesondere der Glaubensgeschwister zu gedenken, die an vielen Orten in der Welt Opfer von Ausgrenzung und Unterdrückung seien. In diesem Jahr standen insbesondere die Christen in der Sahelregion im Blickfeld. Die Sahelzone erstreckt sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer.