29.10.2019
Deutschland: EKD ruft zum Gebet für bedrängte und verfolgte Christen in Syrien auf
Auslandsbischöfin Bosse-Huber: Auch Muslime vom Krieg betroffen
Hannover (idea) – Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist nach dem Einmarsch türkischer Truppen besorgt über die Lage der Christen in Nordsyrien. Wie ihre Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber (Hannover) mitteilte, gibt es Nachrichten von Christen aus dem rund 200.000 Einwohner zählenden Ort Qamischli. Bosse-Huber: „Sie berichten in diesen Tagen von Kämpfen und Explosionen in ihrer direkten Nachbarschaft, von Lebensmittelknappheit und mangelnder Versorgung.“ Viele Einwohner, deren Häuser zerstört wurden, seien auf der Flucht nach Damaskus oder Aleppo. Schulen seien entweder geschlossen oder Eltern hätten Angst, ihre Kinder dorthin zu schicken. Bosse-Huber rief zum Gebet für die Betroffenen auf. In die Fürbitte gelte es, auch Muslime einzuschließen: „Alle Menschen, ob Christen oder Muslime, sind gleichermaßen von diesem Krieg betroffen.“
Materialheft für den Sonntag Reminiszere
Anlass für die Stellungnahme der Auslandsbischöfin ist die Veröffentlichung eines Materialheftes, in dem die EKD über die Lage in Syrien informiert und dazu aufruft, am zweiten Sonntag in der Passionszeit (Reminiszere), dem 8. März 2020, für bedrängte und verfolgte Christen zu beten. Neben Material zur Gestaltung eines Gottesdienstes enthält es Hintergrundinformationen über das Überleben der Menschen nach acht Jahren Krieg. Seit dem Jahr 2010 ruft die EKD zum Gebet für verfolgte und leidende Christen am Sonntag Reminiszere auf. Der Sonntag verdankt seinen Namen dem sechsten Vers des Psalms 25: „Gedenke (lateinisch: Reminiscere), Herr, an deine Barmherzigkeit.“