02.12.2024

Kongo: Wie Christen unter Macht- und Verteilungskämpfen leiden

Württemberg: Jährlicher Bericht zur Lage verfolgter Christen vorgestellt

Stuttgart (IDEA) – Christen sind von vielen weltweit tobenden Konflikten mitbetroffen, auch wenn sie nicht immer das primäre Ziel seien. Darauf verweist der diesjährige „Bericht über die Situation der verfolgten Christen in der Welt sowie der Menschen, die aus religiösen, rassistischen, politischen, ethnischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Gründen unter Verfolgung leiden“. Die württembergische Ökumenereferentin Christine Keim stellte ihn der Landessynode vor, die Ende November in Stuttgart tagte. Die Kirchenrätin schilderte unter anderem die Lage in der Demokratischen Republik Kongo, wo diverse Akteure um den Zugang zu Bodenschätzen kämpften und die Zivilbevölkerung drangsalierten. Die Situation in dem Land zeige dabei, wie sich Verletzungen der Menschenrechte auch auf die Religionsfreiheit auswirkten, auch wenn im Kongo nicht explizit von einer Christenverfolgung gesprochen werden könne. Millionen Menschen müssten zwar vor den Gewaltausbrüchen fliehen, aber nicht in erster Linie, weil sie im stark christlich geprägten Land einer Kirche angehörten, sondern weil marodierende Gruppen sich bei der Kontrolle der wertvollen Rohstoffabbaugebiete gegenseitig bekämpfen.

Kirchen werden zerstört und Geistliche getötet

Vor dieser Gewalt flöhen die Menschen, wobei es in der Folge auch zu einer Einschränkung ihrer Religionsfreiheit kommen könne. Denn im Zuge des Machtkampfes würden auch Kirchen zerstört und Geistliche getötet. Primär ausschlaggebend seien aber wirtschaftliche und politische Interessenskonflikte, die zu einem unkontrollierten und brutalen Verteilungskampf führten. Sowohl staatliche als auch kirchliche Akteure seien gefordert, gemeinsam für einen Rückzug der bewaffneten Gruppen einzutreten und eine Vermittlerrolle einzunehmen. Nur auf diese Weise könne das Leid der Bevölkerung im Ostkongo beendet werden.