05.12.2024

Syrien: Wo Christen inmitten destabilisierender Konflikte ins Visier genommen werden

International Christian Concern - Syriens religiöse Minderheiten sind regelmäßig den schlimmsten Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt, die man sich vorstellen kann, und werden von kriegführenden Militärs angegriffen, die um die Kontrolle ihres Territoriums kämpfen.

Syrien, das nur teilweise von dem starken Präsidenten Bashar al-Assad kontrolliert wird, ist seit langem von destabilisierenden Konflikten, ungeheuerlichen Menschenrechtsverletzungen und schwerer Verfolgung religiöser Minderheiten geplagt. Während die Lage für Christen und andere religiöse Gruppen im Süden, wo Assad den größten Teil seiner Macht ausübt, katastrophal ist, sieht es im Norden nicht besser aus, wo von der Türkei unterstützte Terroristen weiterhin um Gebiete kämpfen und abscheuliche Gewalttaten gegen kurdische und jesidische Religionsgemeinschaften verüben.

Kurze Fakten

Bevölkerung: etwa 22,93 Millionen (Schätzung für 2023)

Religionen: Muslime 87% oder etwa 20 Millionen; Christen 10% oder etwa 2,3 Millionen; Drusen 3% oder etwa 688.000

Ethnien: Araber 50%; Alawiten 15%; Kurden 10%; Levantiner 10%; andere 15%

Arten der Verfolgung

Einschränkungen durch die Regierung - Das Assad-Regime unterdrückt die Rechte religiöser Minderheiten unnachgiebig per Gesetz, wobei die lockere Kontrolle über das Land dazu führt, dass diese Gesetze oft willkürlich durchgesetzt werden.

Folter und Inhaftierung - Sowohl die syrische Regierung als auch die von der Türkei unterstützten Terroristen wenden die schlimmsten Formen der außergerichtlichen Inhaftierung und Folter an, die man sich vorstellen kann.

Militanter Terrorismus - Kämpfer, die mit Al-Qaida, der Gruppe „Islamischer Staat“ (ISIS) und anderen als terroristisch eingestuften Gruppen in Verbindung stehen, genießen die uneingeschränkte Unterstützung der türkischen Regierung bei ihrer brutalen Gewaltkampagne gegen christliche und andere Gemeinschaften in Nordsyrien.

Zusammenfassung

Assad kam im Jahr 2000 an die Macht und setzte damit die dynastische Kontrolle seiner Familie über Syrien fort, die nun schon mehr als 50 Jahre andauert. Beobachter im Westen hatten zunächst die Hoffnung, dass Assad dem Land Reformen bringen würde, doch abgesehen von gelegentlichen symbolischen Gesten hat er Syrien nur zu einer strengeren Form des Autoritarismus geführt.

Angesichts einer Reihe von Sanktionen des Westens für seine anhaltenden, ungeheuerlichen Menschenrechtsverletzungen, einschließlich des Einsatzes von Chemiewaffen gegen sein eigenes Volk, versucht Assad, sich als säkular und als Beschützer der christlichen Gemeinschaften darzustellen. Christen schenken diesen Behauptungen wenig Glauben, denn sie klingen hohl, wenn man sie mit Aktionen wie den 76 Angriffen seines Regimes auf christliche Gotteshäuser im Jahr 2022 vergleicht.

Angesichts einer Reihe von Sanktionen des Westens für seine anhaltenden, ungeheuerlichen Menschenrechtsverletzungen, einschließlich des Einsatzes von Chemiewaffen gegen sein eigenes Volk, versucht Assad, sich als säkular und als Beschützer der christlichen Gemeinschaften darzustellen. Christen schenken diesen Behauptungen wenig Glauben, denn sie klingen hohl, wenn man sie mit Aktionen wie den 76 Angriffen seines Regimes auf christliche Gotteshäuser im Jahr 2022 vergleicht.

Kirchen sind nicht die einzigen Ziele - es ist bekannt, dass er Häuser, Krankenhäuser und sogar Schulen angreift, um jede Spur von Widerstand gegen seine Autorität auszulöschen.

Syrien wird heute weitgehend von zwei rivalisierenden Mächten kontrolliert - dem Assad-Regime, das etwa 70 % des Landes kontrolliert, und der Autonomen Verwaltung Nord- und Ostsyriens (AANES), die das Gebiet im Norden zusammen mit den Demokratischen Kräften Syriens verwaltet.

 

Die AANES ist zwar alles andere als perfekt, bietet aber eine auf Rechten basierende Alternative zum Assad-Regime. Obwohl sie international nicht anerkannt ist, verfügt die AANES über eine junge, dreigliedrige Regierung. Die Exekutive beherbergt das Amt für Religion und Weltanschauung, das sich für Religionsfreiheit und interreligiöse Toleranz in der Region einsetzt.

Dringender als die Entwicklung eines integrativen Lehrplans für die Schulen ist jedoch das Problem der militanten türkischen Aggression in der Region und deren Unterstützung für eine Reihe von Terrorgruppen, die sich der Auslöschung der AANES verschrieben haben.

„Ermutigt durch die Unterstützung der Türkei und die Intensivierung der Militäraktionen in Nordsyrien“, schrieb die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit in ihrem Bericht für 2023, setzten die von der Türkei unterstützten bewaffneten Oppositionsgruppen ‚ihre Angriffe auf religiöse Minderheiten, insbesondere Jesiden, fort, um sie zu vergewaltigen, zu ermorden, Lösegeld zu erpressen, ihr Eigentum zu beschlagnahmen und Friedhöfe und Kultstätten zu entweihen‘.

Obwohl der ISIS im Jahr 2023 ein großer Gefängnisausbruch gelang, konnte er in den letzten Monaten kaum Gebietsgewinne verzeichnen. Dennoch setzt er in den von ihm kontrollierten Gebieten weiterhin seine extremistische Auslegung der Scharia durch, erpresst die örtliche Bevölkerung und überwacht diese Gebiete, um religiöse Meinungsverschiedenheiten zu unterdrücken.

Als sich Anfang 2023 ein schweres Erdbeben ereignete, war es für die AANES und religiöse Minderheiten besonders schwierig, Hilfe zu erhalten, die in den meisten Fällen über die Türkei abgewickelt werden musste. Angesichts Zehntausender Toter und knapper Ressourcen zur Bewältigung der Verwüstung wurden marginalisierte Gemeinschaften immer wieder von der Verteilung von Hilfsgütern ausgeschlossen und waren auf ihren eigenen Einfallsreichtum oder die Hilfe der wenigen christlichen NRO wie International Christian Concern (ICC) angewiesen, die Zugang zu dem Gebiet hatten.

Die internationale Gemeinschaft sollte die AANES und die Demokratischen Streitkräfte Syriens als die einzigen lebensfähigen Verteidiger der Menschenrechte in Syrien unterstützen. Die AANES, die ethnisch vielfältig ist und mehrere religiöse Perspektiven einschließt, ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung und verdient Schutz vor den rücksichtslosen Angriffen, die die Türkei und das Assad-Regime gegen sie führen.

Quelle: International Christian Concern; www.persecution.org
Aus dem Englischen übersetzt und überarbeitet von AKREF