06.12.2024
Afrika: „Epizentrum islamistischer Gewalt“ verlagert sich nach Afrika
„Die Christen, die getötet wurden, haben ihr Blut nicht vergebens vergossen."
(IDEA vom 22.11.24) Das „Epizentrum islamistischer Gewalt“ hat sich vom Nahen Osten nach Afrika verlagert. Das erklärte die Geschäftsführende Präsidentin des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“, Regina Lynch, bei einer Pressekonferenz am 21. November in Fulda. Sie stellte dessen alle zwei Jahre erscheinenden Bericht „Verfolgt und vergessen?“ vor.
Darin heißt es, dass in Ländern wie Burkina Faso, Mosambik und Nigeria „islamistische Angriffe eine Massenmigration christlicher Gemeinschaften“ auslöse. Diese Entwicklung werfe „Fragen zum langfristigen Überleben der Kirche in afrikanischen Schlüsselregionen auf“.
Der katholische Bischof Gerald Mamman Musa aus Katsina im Nordwesten Nigerias berichtete, dass Milizen aus dem Nomadenstamm der Fulani inzwischen eine noch „größere Bedrohung“ darstellten als dschihadistische Gruppen wie Boko Haram. Christen litten „unverhältnismäßig stark“ unter der Gewalt. So seien zwischen 2019 und 2023 über 16.000 Christen getötet worden.
Der Bischof wies darauf hin, dass Verfolgung und Gewalt nicht zu einem Rückgang der religiösen Praxis führten. Das Gegenteil sei der Fall: „Die Christen, die getötet wurden, haben ihr Blut nicht vergebens vergossen. Viele Menschen wurden angezogen vom Glauben.“
Der 45-seitige Bericht „Verfolgt und vergessen?“ enthält Analysen von Christen in 18 Ländern, darunter Zeugenaussagen von Überlebenden antichristlicher Angriffe.