06.12.2024

Israel: Dschihadisten-Offensive

Israel verstärkt Truppen an der syrischen Grenze

(Von Israelnetz vom 6. Dezember 2024) Seit mehr als einer Woche gehen Dschihadisten in Syrien erfolgreich in die Offensive. Israel beobachtet die Lage mit Sorge.

JERUSALEM (inn) – Auf die Entwicklungen in Syrien hat Israel bislang zurückhaltend reagiert. Die Armee teilte am Donnerstag mit, dass sie sich „auf alle Angriffs- und Verteidigungsszenarien“ vorbereite. Am Freitag wurde bekannt, dass Israel die Truppen an der syrischen Grenze verstärkt.

Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte sich am Donnerstag mit Vertretern des Sicherheitsapparates beraten. Anlass war die Eroberung der Stadt Hama durch Dschihadisten. Vor etwas mehr als einer Woche hatten diese ihre Offensive begonnen und Aleppo eingenommen.

Bedenkliche Szenarien

Aus Sicht der israelischen Geheimdienste sind die Dschihadisten in den vergangenen Tagen schneller vorgedrungen als erwartet. Ein Geheimdienstvertreter sagte der amerikanischen Nachrichtenseite „Axios“, dass der Zusammenbruch der syrischen Armee bevorstehen könnte. Auch der Fall von Damaskus sei nun wahrscheinlicher als noch vor wenigen Tagen.

Ein amerikanischer Regierungsvertreter sagte, dass sich das Regime von Baschar al-Assad zwar nicht in unmittelbarer Gefahr befinde. Doch es stehe vor der größten Herausforderung seit zehn Jahren.

Laut dem Bericht hat Israel den USA Bedenken wegen der Lage mitgeteilt. Islamisten könnten die Macht übernehmen. In einem alternativen Szenario schickt der Iran weitere Kräfte zur Unterstützung des Regimes.

Taktische Zurückhaltung

Gegenüber der Nachrichtenseite „Times of Israel“ sagte ein israelischer Regierungsvertreter, es liege im israelischen Interesse, dass sich die Kräfte gegenseitig bekämpfen. „Es ist uns klar, dass es sich bei der einen Seite um salafistische Dschihadisten handelt und bei der anderen um Iran und die Hisbollah. Wir wollen, dass sie einander schwächen.“ Israel werde sich auf keiner Seite beteiligen.

Hisbollah-Chef Naim Qassem bekräftigte indes die Unterstützung für das Damaszener Regime. In einer Fernsehansprache am Donnerstag erklärte er, dass „Terrorgruppen Syrien wieder zerstören und Chaos stiften“ wollen. „Wir als Hisbollah stehen an der Seite Syriens, um die Ziele dieser Aggression so gut wir können zu verhindern.“ (df)