08.04.2025
Indien: Hindu-Gruppen belästigen christliche Pilger
IIRF-D/ICC/Tübingen/08.04.25 - International Christian Concern - Zwei Autobusse mit Christen, die sich auf einer Pilgerreise in der Fastenzeit im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh befanden, wurden am 31. März von hindunationalistischen Gruppen abgefangen und in der Stadt Jabalpur der Polizei übergeben.
Anschließend wurden hochrangige Geistliche der römisch-katholischen Diözese, darunter der Generalvikar der Diözese Jabalpur und der Pfarrer der Kathedralkirche St. Peter und Paul, die den Pilgern auf dem Polizeirevier beistehen wollten, vor den Augen der Beamten verprügelt.
Dieser Vorfall, der von verschiedenen Seiten heftig kritisiert wurde, fand auch im indischen Parlament Widerhall, wo Oppositionsabgeordnete unter Führung des Indischen Nationalkongresses am Donnerstag das Unterhaus (Lok Sabha) verließen, um gegen den angeblichen Angriff auf die römisch-katholischen Priester zu protestieren.
Die Oppositionsabgeordneten versuchten, das Thema zur Sprache zu bringen, und einige von ihnen standen im Gang und riefen Slogans und forderten eine Diskussion zu diesem Thema.
Der Sprecher des Hauses, Om Birla, ließ sie jedoch nicht gewähren, und nachdem sie Parolen gerufen hatten, verließen sie das Haus.
Die Evangelical Fellowship of India (EFI) äußerte ihre tiefe Besorgnis über die Festnahme der christlichen Pilger und den körperlichen Angriff auf die Mitglieder des Klerus.
„Der Angriff auf hochrangige Geistliche in einer Polizeistation ist zutiefst beunruhigend“, sagte Pfarrer Vijayesh Lal, Generalsekretär von EFI, in einer Pressemitteilung. „Wir sind besorgt, dass solche Vorfälle den verfassungsmäßigen Schutz, der allen Bürgern garantiert ist, untergraben und fordern eine faire und gründliche Untersuchung der Angelegenheit.
Aktivisten der beiden Hindu-Organisationen Vishwa Hindu Parishad und Bajrang Dal, die Wind davon bekommen hatten, dass christliche Pilger aus der Stadt Mandla nach Jabalpur gekommen waren, verfolgten und stoppten die beiden Busse und behaupteten, dass die mehr als 50 Stammesangehörigen heimlich hergebracht wurden, um ihre Religion zu konvertieren.
Die Passagiere erklärten jedoch, sie seien von Anfang an Christen und befänden sich auf einer Pilgerreise als Teil ihrer vorösterlichen Feierlichkeiten. Sie gaben sogar an, dass sie jeweils 500 INR (6 Dollar) für die Anmietung des Reisebusses bezahlt hätten.
Die Hindu-Organisationen verlangten daraufhin, dass sich die Pilger ausweisen, um zu beweisen, dass sie Christen sind. Es sei darauf hingewiesen, dass in indischen Personalausweisen keine Religion angegeben ist.
Der Leiter der Polizeistation, in die die Busse gebracht wurden, sagte ebenfalls, er habe keine Beweise für eine illegale Konversion gefunden.
Verschiedene christliche Organisationen in Jabalpur haben in der Stadt gegen die Angriffe auf Geistliche und Pilger protestiert. Daraufhin hat die Polizei eine Anzeige gegen die Angreifer erstattet.
Quelle: International Christian Concern; www.persecution.org
Aus dem Englischen übersetzt und überarbeitet von AKREF