16.04.2025

Nigeria: Fulani töten 120 Christen binnen weniger Wochen

Menschenrechtsorganisation fordert Eingreifen der Regierung

Abuja (IDEA) – Das Sterben von Christen in Nigeria geht weiter. Binnen weniger Wochen kamen allein im zentral gelegenen Bundesstaat Plateau rund 120 Christen bei Angriffen durch Fulani-Hirten ums Leben. Das berichtet das christliche Onlineportal „Morning Star News“. Der jüngste Angriff ereignete sich am 14. April. Laut einem Anwohner griffen Fulani am frühen Morgen das überwiegend von Christen bewohnte Dorf Zikke im Bezirk Bassa an. Dabei starben Medienberichten zufolge 51 Menschen. Am 11. April hatte es bereits einen Angriff mutmaßlicher Fulani auf das christliche Dorf Zogu im selben Bezirk mit drei Toten gegeben. Am 7. April wurden drei Dörfer durch Fulani geplündert. Zwei Menschen starben dabei. Gegenüber Morning Star News erklärte der örtliche Gemeindevorsteher Joseph Chudu Yonkpa: „Wir sind zutiefst besorgt über das Schweigen der staatlichen Akteure.“ Besonders beunruhigt seien die Christen darüber, dass nichts unternommen werde, um die Täter zu verhaften. In den Wochen zuvor wurden bereits rund 85 Christen bei Übergriffen im gleichen Bundesstaat getötet.

Amnesty International: Binnen drei Monate über 1.300 Tote

Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International verurteilte die jüngsten Angriffe scharf und forderte die nigerianische Regierung auf, das Töten in Plateau zu stoppen. Ihren Untersuchungen nach starben zwischen Dezember 2023 und Februar 2024 in dem Bundesstaat mindestens 1.336 Menschen bei Überfällen. Die überwiegend muslimischen Fulani setzen sich aus Hunderten Clans unterschiedlicher Abstammung mit mehreren Millionen Mitgliedern zusammen. Sie leben in Nigeria und anderen Teilen der Sahelzone. Einige der Gruppen sind Anhänger einer radikalen islamistischen Ideologie. Mehrere christliche Führer in Nigeria glauben laut Morning Star News, dass die Angriffe der Hirten auf christliche Gemeinden von dem Wunsch beseelt sind, das Land der Christen gewaltsam zu übernehmen und die Verbreitung des Islams durchzusetzen. Die Wüstenbildung habe den Fulani erschwert, ihre Herden zu versorgen. Im Weltverfolgungsindex der christlichen Organisation Open Doors (Kelkheim) liegt Nigeria auf Rang sieben. Von den über 237 Millionen Einwohnern des Landes sind jeweils rund 49 Prozent Kirchenmitglieder oder Muslime.