11.08.2025
Syrien: Wenn Jesus dem Tod begegnet
AVC schreibt: seit Jahren unterstützen wir Christen in Syrien – im Norden und im vermeintlich sicheren Damaskus. Unsere Partner vor Ort berichten von zunehmender Not, steigender Gefahr und wachsenden inneren Spannungen.
(AVC) Bei einem Besuch in Syrien trafen wir auf Familien, die aus dem Norden des Landes geflohen sind. Heute leben sie bei Verwandten – in einfachen, oft stark beschädigten Wohnungen. Strom gibt es nur wenige Stunden am Tag, Wasser ist knapp. Und doch begegneten wir großer Offenheit und herzlicher Gastfreundschaft.
Eine dieser Familien empfing uns in ihrem Flur. Türkischer Kaffee wurde auf einem kleinen Camingkocher zubereitet. Kinder, Eltern und Großeltern saßen beisammen. Die Kleidung lag auf einem Stuhl – es gibt keinen Schrank, nur das Nötigste. Und doch war da spürbar: Wärme, Würde, Zusammenhalt.
Die Mutter erzählte uns von ihrem Mann, einem ehemaligen Soldaten. Im Dezember 2024 geriet seine Einheit in schwere Gefechte. Als fast alle gefallen waren, erschien ihm – so schildert er es – ein Reiter auf einem weißen Pferd. Dieser rief ihm zu, es gebe einen Ausweg. Der Mann folgte ihm und überlebte. Zu Hause sagte er: »Jesus hat mich gerettet. Ich will Christ werden und mich taufen lassen.«
Doch seine Entscheidung blieb nicht ohne Folgen. Nach dem Regimewechsel durchsuchten Truppen ganze Viertel auf der Suche nach »Abweichlern«. Er musste untertauchen und lebt seither im Verborgenen. Nur selten gelingt es ihm, seine Familie für einen kurzen Moment zu sehen.
Wir beten für...
... Schutz und Bewahrung für den untergetauchten Familienvater,
... Trost und Hoffnung für die Familie,
... Mut und geistliches Wachstum für Menschen in Syrien, die Jesus begegnet sind.