12.08.2025

Weltweit: Christliche Märtyrer lassen die „Ökumene des Blutes“ aufleuchten

40-seitige Broschüre stellt 15 deutschsprachige Märtyrer vor

Köln (IDEA) – Auch heute werden Christen wegen ihres Glaubens ermordet. 15 christliche Märtyrer hat Prälat Prof. Helmut Moll (Köln) für den Zeitraum 2000 bis 2024 in einer 40-seitigen Broschüre unter dem Titel „Christliche deutschsprachige Märtyrer“ zusammengestellt. Er hat bereits im Auftrag der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz ein Verzeichnis von 1.000 katholischen Märtyrern des 20. Jahrhunderts erstellt. Wie der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kurt Kardinal Koch, im Vorwort der Broschüre schreibt, ist der christliche Glaube derzeit die am meisten verfolgte Religion. Das „christliche Martyrium“ sei ökumenisch: „Denn Christen werden heute nicht verfolgt, weil sie einer bestimmten christlichen Glaubensgemeinschaft angehören, weil sie Lutheraner oder Baptisten, Orthodoxe oder Katholiken sind, sondern weil sie Christen sind.“ Kardinal Koch verweist auf Papst Johannes Paul II. (1920–2005), der in der „Ökumene der Märtyrer“ auch eine positive Botschaft wahrgenommen habe: „Denn während wir Christen und Kirchen auf dieser Erde noch in einer nicht vollen Gemeinschaft zu- und miteinander stehen, leben die Märtyrer in der himmlischen Herrlichkeit bereits jetzt in voller und vollendeter Gemeinschaft.“

Kriterien für die Nennung als Märtyrer

Prälat Moll nennt in seiner Einleitung die Kriterien für die Nennung als Märtyrer. Entscheidend sei ein gewaltsamer Tod, das Motiv des Glaubens- und Kirchenhasses bei den Verfolgern und die innere Annahme des Willens Gottes trotz Lebensbedrohung. Bei der Suche nach Namen habe er vor allem auf das Presseorgan der Päpstlichen Missionswerke, den Nachrichtendienst „Agenzia Fides“, zurückgegriffen sowie auf die Unterstützung des überkonfessionellen Hilfswerks „Open Doors“ (Kelkheim bei Frankfurt am Main) und der „Hilfsaktion Märtyrerkirche“ (HMK/Schöffengrund). Alle Märtyrer hätten durch Hingabe des Lebens den christlichen Glauben bezeugt und die „Ökumene des Blutes“ (Papst Franziskus) aufleuchten lassen. Aufgelistet sind aus dem protestantischen Bereich folgende Märtyrer: der Mitarbeiter eines christlichen Verlags in der Türkei, Tilmann Geske (45), das aus Sachsen stammende Ehepaar Johannes und Sabine Hentschel (beide 36), das im Jemen gearbeitet hatte, die Bibelschülerinnen Rita Stumpp (26) und Anita Grünwald (24), die Übersetzerin Daniela Beyer (35), die freikirchliche Missionarin Katrin Waschk (33), die Entwicklungshelferin Simone Beck (44) und die Schweizer Missionarin Beatrice Stöckli (59). Die Broschüre ist Anfang des Jahres im Dominus-Verlag (ISBN 978-3-940879-86-8) erschienen.