13.08.2025
Nigeria: Verurteilter Christ freigesprochen
Er soll zwei Ex-Muslima bei der Flucht vor militanten Verwandten geholfen haben
Kano/Washington (IDEA) – Im muslimisch geprägten Norden von Nigeria hat ein Oberstes Gericht die Verurteilung eines Christen aufgehoben. Zudem soll er eine bereits bezahlte Geldstrafe zurückerhalten. Das berichtet die christliche Menschenrechtsorganisation ADF International (Wien). Dem Betroffenen, dessen Name aus Sicherheitsgründen nur mit David angegeben wird, war vorgeworfen worden, zusammen mit einem Geistlichen zwei Frauen, die zum Christentum konvertiert waren, zur Flucht verholfen zu haben. Die Frauen sollen von Familienangehörigen und Dorfbewohnern Morddrohungen erhalten haben. ADF International zufolge waren der Geistliche und David wochenlang von militanten Muslimen festgehalten und gefoltert worden, bevor sie der Polizei übergeben wurden. Während der Geistliche nach Intervention von ADF International ohne Anklageerhebung freigelassen wurde, wurde David in einem dreitägigen Scheinprozess vor einem Amtsgericht zu neun Jahren Haft und einer Geldstrafe verurteilt.
Anwälte legten Berufung ein
Von ADF International unterstützte Anwälte intervenierten. Sie erreichten die Freilassung von David gegen Kaution und legten Berufung gegen das Urteil ein. Nun hob das Oberste Gericht das Urteil vollständig auf. Der Rechtsberater für globale Religionsfreiheit bei ADF International, Sean Nelson (Washington/USA), sagte: „Dieser Fall ist eine eindringliche Erinnerung an die akute Krise, mit der Christen und andere religiöse Minderheiten in Nigeria konfrontiert sind.“ Der Schutz der Religionsfreiheit müsse in Nordnigeria verstärkt werden. Fälle wie der von David sind nach Angaben von ADF International in Nigeria weit verbreitet. Christen würden durch radikal-islamistische Gruppen wie Boko Haram (Westliche Bildung ist Sünde) und muslimische Fulani-Milizen verfolgt. Gesetze schränkten die Religionsfreiheit der Christen stark ein. 2023 wurde in Nordnigeria Schätzungen zufolge über 7.000 Christen ermordet. Im Weltverfolgungsindex der überkonfessionellen Organisation „Open Doors“ (Kelkheim) liegt Nigeria auf Rang sieben. Von den über 237 Millionen Einwohnern des Landes sind jeweils rund 49 Prozent Kirchenmitglieder oder Muslime.