13.08.2025

Schweiz/ Australien: Kritik am assistierten Suizid

Tochter widerspricht der Behauptung, Zustimmung gegeben zu haben

Cavan (IDEA) – Auf scharfe Kritik bei den Angehörigen ist der assistierte Suizid einer Irin in einer Sterbeklinik in der Schweiz gestoßen. Davon berichtet die Tageszeitung „The Irish Independent“ (Dublin). Dem Blatt zufolge hatte die 58-jährige psychisch kranke Maureen Slough (Cavan) vorgegeben, zu einer Freundin nach Litauen zu reisen. Tatsächlich war sie am 8. Juli in die Pegasos-Klinik nach Basel gefahren, um dort zu sterben. Zwei Tage später erhielt ihre Tochter Megan Royal eine WhatsApp-Nachricht, dass ihre Mutter gestorben sei, während sie Gospelmusik von Elvis Presley hörte. Die Asche ihrer Mutter sei per Post unterwegs zu ihr.

Tochter: Kein Kontakt zur Klinik

In einem Bericht der Plattform „Christian Daily International“ wird darüber hinaus die christliche Ethikkommission CARE (Belfast) zitiert, wonach ein in Großbritannien lebender Bruder der Verstorbenen erklärt habe, dass Slough der Klinik in Basel „Beschwerdebriefe an die irischen Behörden vorgelegt habe“, um ihre Sterbeabsicht zu untermauern. Die Pegasos-Klinik behauptete zudem, Megan Royal habe den Plan ihrer Mutter schriftlich bestätigt. Die Tochter bestritt jedoch, einen Brief geschrieben oder überprüft zu haben. „Sie hätten ihr (der Mutter, Anm. d. Red.) nicht erlauben dürfen, diese Entscheidung allein zu treffen“, sagte sie dem „Irish Independent“: „Diese Gruppe hat mich nicht kontaktiert.“ Pegasos erklärte, im Rahmen des Schweizer Rechts gehandelt zu haben. Eine psychiatrische Untersuchung vor dem Tod von Slough habe ergeben, dass sie „zurechnungsfähig“ gewesen sei. Ihren Angaben zufolge habe sie unter nicht heilbaren, chronischen Schmerzen gelitten. Den Angaben zufolge habe die Durchführung des Todeswunsches rund 15.000 Euro gekostet.

Evangelische Allianz Irland: „Äußerst beunruhigend“

Der Geschäftsführer der Evangelischen Allianz Irland, Nick Park (Dublin), erklärte gegenüber Christian Daily International, der Fall sei „äußerst beunruhigend“. Die von der Klinik verwendeten Unterlagen seien „nicht ordnungsgemäß beglaubigt worden“. Dieser Fall widerspreche der Vorstellung, assistierter Suizid sei würdevoll. Park: „Befürworter eines assistierten Suizids sprechen von würdevollem Sterben, aber in dieser traurigen Geschichte ist wenig Würde zu spüren.“ Statt eine „Selbstmordindustrie“ zu schaffen, sei es wichtig, den Wert des menschlichen Lebens zu bekräftigen: „Als Menschen sind wir nach dem Bild Gottes geschaffen.“

Neuseeland: Fälle von Euthanasie und assistiertem Suizid steigen stark an

Unterdessen wurde bekannt, dass die Fälle von Euthanasie und assistiertem Suizid in Neuseeland im vergangenen Jahr um mehr als ein Drittel gestiegen sind. Zwischen April 2024 und März 2025 habe es 472 solcher Todesfälle gegeben – ein Anstieg von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aus Zahlen des neuseeländischen Gesundheitsministeriums hervorgeht. Die britische Lebensrechtsorganisation „Right to Life United Kingdom“ bezeichnete den Anstieg als „besorgniserregend“. Weiter heißt es, Neuseeland scheine dem gleichen Trend zu folgen wie andere Länder, die in den vergangenen Jahren Gesetze zur Sterbehilfe und zu assistiertem Suizid eingeführt hätten. In England und Wales wird derzeit ein Gesetzentwurf diskutiert, der Beihilfe zum Suizid erlauben soll.