13.02.2025

Deutschland: EAD-Forum veröffentlicht „12 Thesen zu Migration und Asyl“

Das Asylverfahren muss „klarer, schneller und schlanker werden“

Bad Blankenburg (IDEA) – Ein Gremium der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD) hat sich in der Migrationsdebatte zu Wort gemeldet. Ihr Forum „AMIN aktiv.miteinander.interkulturell“ veröffentlichte „12 Thesen zu Migration und Asyl“. Auf der EAD-Webseite heißt es dazu: „Mit großer Sorge nehmen wir den schleichenden Prozess wahr, der unser Land mehr zu bedenklichen Positionen treibt. Flüchtlinge werden pauschal als Gefahr gebrandmarkt, und die einzige Lösung, um sich vor schrecklichen Anschlägen zu schützen, sieht man darin, ‚die Grenzen ganz dicht‘ zu machen.“ Christen, die sich bisher in der Arbeit mit Geflüchteten engagiert hätten, stünden vor einem Dilemma: „Sollen sie sich weiterhin für Geflüchtete einsetzen? Oder ist es geboten, im Blick auf die Sicherheit unserer Gesellschaft sich für eine restriktive Migrationspolitik einzusetzen?“ In den Thesen heißt es, Asyl sei ein kostbares Gut. „Menschen, die wirklich vor Krieg, Verfolgung und Naturkatastrophen fliehen, sollten wir weiter aufnehmen.“ Das Asylverfahren sei jedoch viel zu kompliziert, langwierig und inkonsequent: „Es muss klarer, schneller und schlanker werden.“ Dem Papier zufolge hat es Migration schon immer gegeben.: „Menschen ziehen aus Not oder Hoffnung auf ein besseres Leben um. Fast alle biblischen Personen seien Geflüchtete gewesen, etwa Noah, Abraham, Mose, David und Jesus. „Millionen Deutsche zogen ins Ausland, andere kamen in unser Land, und unsere Kultur wurde dabei immens bereichert.“

Leistungsgrenzen anerkennen

Den Thesen zufolge braucht Migration aber eine realistische Steuerung: „Wir müssen die Leistungsgrenzen unserer Gesellschaft anerkennen und Schwerpunkte setzen, statt idealistische Forderungen zu stellen.“ Das Forum fordert, den Zuzug von Beschäftigten zu regulieren und Integration in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, besonders in Bereichen mit Fachkräftemangel. Dazu brauche es unbürokratische und schnelle Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsabschlüsse sowie zweckmäßige Angebote zur sprachlichen und beruflichen Weiterbildung. Auf europäischer Ebene seien faire Regelungen notwendig. Kein Staat dürfe überfordert werden. daher müssten europäische Migrationsabkommen in einem gemeinsamen europäischen Prozess überarbeitet werden. Wie es in den Thesen weiter heißt, sind die Grundwerte der Gesellschaft nicht verhandelbar. „Gewalt, Antisemitismus und Rassismus haben hier keinen Platz.“ Im Blick auf Christen anderer Herkunft und Sprache heißt es: „Sie bereichern unser Gemeindeleben und unsere Theologie.“ Sie verstünden sich als integraler Teil der Gesellschaft. Vorsitzender des Forums ist der frühere Missionsdirektor des Hilfs- und Missionswerks DMG interpersonal, Detlef Blöcher (Angelbachtal/Nordbaden). Er war auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM).