01.07.2025
Nigeria: Welle der Gewalt geht weiter: Bei Angriffen in den Bundesstaaten Benue und Kwara werden mindestens 250 Christen getötet
IIRF-D/BA/Tübingen/01.07.25 - Die ständigen Meldungen über den Tod zahlreicher Christen im Middle Belt Nigerias müssen uns zum Gebet bewegen. Erneut war der Bundesstaat Benue Schauplatz von Morden bei Angriffen mutmaßlicher Islamisten.
Bei dem jüngsten Vorfall wurden mindestens 200 Menschen getötet und 6.500 vertrieben, nachdem bewaffnete Männer Gemeinden im Bundesstaat Benue angegriffen hatten, dessen Bevölkerung zu 98 % christlich ist.
Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer auf über 300 steigen könnte, da weitere Leichen aus den Trümmern hunderter niedergebrannter Häuser oder aus dem Busch geborgen werden, in den die Dorfbewohner geflohen waren, um ihr Leben zu retten.
Es wird vermutet, dass militante Fulani-Islamisten die Angriffe verübt haben, die sich auf Gemeinden im Verwaltungsbezirk Guma konzentrierten, einer Region, in der es in diesem Jahr zu einer Welle der Gewalt gekommen ist.
Die Angriffe begannen am späten Abend des 13. Juni und dauerten bis in die frühen Morgenstunden des folgenden Tages an.
„Es war wie im Krieg“, sagte der Dorfälteste Amos. „In meinen 57 Jahren auf dieser Erde habe ich so etwas noch nie erlebt. Ich bin mit meinem dritten Sohn geflohen. Meine Frau und meine anderen Kinder hatten nicht so viel Glück. In dieser Freitagnacht ist meine Welt untergegangen.“
Eine weitere Überlebende, Tsegba Lucy, verlor ihre Mutter und fünf Geschwister, als ihr Haus von den Bewaffneten in Brand gesteckt wurde. „Meine geliebte Mutter und meine schönen Schwestern“, weinte sie. „Macht es gut, bis wir uns wiedersehen. Ich liebe euch, aber Gott liebt euch mehr.“ Die Morde folgten auf einen Angriff bewaffneter Männer auf zwei andere christliche Gemeinden im Bundesstaat Benue am Sonntag, dem 1. Juni, bei dem mindestens 43 Menschen getötet wurden.
Mehr als 25 Menschen wurden gegen 19 Uhr in Edikwu Ankpati, LGA Apa, erschossen. Etwa zur gleichen Zeit wurden 18 weitere Todesfälle in Tse Antswam, Gwer West, gemeldet.
Chief Daniel Abomtse, der traditionelle Herrscher von Gwer West, stellte fest, dass der Angriff auf Tse Antswam gegenüber einem Militärkontrollpunkt an der Straße von Naka nach Makurdi stattfand.
Weiter westlich, im Bundesstaat Kwara, wurden bei Terroranschlägen auf Gemeinden in der LGA Baruten mindestens acht Menschen getötet.
Bei zwei Angriffen auf das Dorf Duruma starben am 3. Juni sieben Menschen.
Bewaffnete Männer töteten in den frühen Morgenstunden drei Dorfbewohner, bevor sie vor herannahenden Soldaten flohen. Am Abend kehrten die Terroristen zurück und töteten vier weitere Menschen, als die Bewohner in einem nahe gelegenen Wald Schutz suchten.
Ein achtes Opfer wurde am Sonntag, dem 8. Juni, bei einem bewaffneten Überfall auf die nahe gelegene Stadt Karong getötet, wo die Angreifer auch Häuser in Brand setzten.
Die Angriffe wurden von einer neu gebildeten Terroristengruppe namens Mahmuda verübt, die als Ableger von Boko Haram gilt.
Mahmuda ist im gesamten Bundesstaat Kwara aktiv und hat Berichten zufolge die Kontrolle über einige Gemeinden im benachbarten Bundesstaat Niger übernommen.
Die Angriffe von Mahmuda haben zu einer weitreichenden Vertreibung geführt, da die Menschen aus ihren gefährdeten Heimatdörfern in die relativ sicheren größeren Städte fliehen.
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