07.07.2025
Deutschland: Missionstag der Hilfsaktion Märtyrerkirche in Bremen
Latzel: Friedenskonzepte ohne Gott sind zum Scheitern verurteilt
Bremen (IDEA) – Friedenskonzepte ohne Gott sind „brüchig“ und zum Scheitern verurteilt. Das sagte der Pastor der Bremer St.-Martini-Gemeinde, Olaf Latzel, beim diesjährigen Missionstag der Hilfsaktion Märtyrerkirche (HMK). Daran nahmen unter dem Motto „Sehnsucht nach Frieden“ rund 300 Besucher in der St.-Martini-Kirche teil. Latzel zufolge beginnt wahrer Friede am Kreuz. Keine kirchliche Tradition, Konfession oder menschliche Religion könne ihn schaffen. Der Friede zwischen Gott und Mensch sei darüber hinaus die Voraussetzung für den zwischenmenschlichen Frieden. Auch die Verfolger der Gemeinde Jesu brauchten ihn. Christen seien berufen, ihn nicht nur zu empfangen, sondern auch weiterzugeben – als Friedensboten.
Indien: Bis zu 50.000 Bekehrungen pro Woche
Der ehemalige Hindu Arjun (Name geändert) berichtete von der zunehmenden Gewalt gegen Christen in Indien. Es komme täglich zu Übergriffen: Pastoren würden verhaftet, Kirchen zerstört und Hausgemeinden überfallen. Früher sei die Verfolgung von radikalen Hindus ausgegangen, heute säßen diese in der Regierung und förderten die Angriffe auf Christen durch ihre Politik. Und dennoch wachse die Gemeinde Jesu: Es gebe bis zu 50.000 Bekehrungen pro Woche. Arjun, der früher selbst ein radikaler Hindu war und Christen verfolgte, erlebte nach seiner Konversion massive Verfolgung. Als sogar sein eigener Vater ihn töten wollte, habe er einen unbeschreiblichen Frieden gespürt, der stärker als jede Angst gewesen sei. „Den Frieden, den Jesus gibt, erlebt man am tiefsten in den schwersten Zeiten“, sagte er. Dieser Friede sei keine Emotion, sondern eine Kraft, die Angst überwinde, Mut schenke und zur Vergebung befähige.
Libanon: Flüchtlinge werden zu Friedensstiftern
Der Leiter der christlichen Hilfsorganisation „Heart for Lebanon“, Camille Melki, sprach über die Lage im Libanon und in Syrien. Sein Werk hilft dort Flüchtlingen, insbesondere traumatisierten Frauen und Kindern. Neben Nahrung und Medizin seien seelsorgerliche Begleitung und die Hoffnung des Evangeliums das Wichtigste, das man ihnen schenken könne. Ohne den ewigen Frieden, den nur Jesus schenke, bleibe jede Heilung unvollständig. Viele, die großes Leid erfahren hätten, würden durch Jesu Liebe selbst zu Friedensstiftern. Einige kehrten sogar in ihre Heimatländer zurück, um die Friedensbotschaft Jesu zu verbreiten.
Missionsleiter: „Wir leben in geistlicher Verblendung“
Der Missionsleiter der HMK, Manfred Müller (Schöffengrund/Mittelhessen), sprach über die geistliche Blindheit (2. Korinther 4,4) der Gegenwart. Sie zeige sich unter anderem daran, dass sich die Bundesrepublik in der Welt für die Gesundheit von Menschen einsetze, damit diese länger leben könnten. Gleichzeitig werde in Deutschland über Sterbehilfe und die Freigabe von Abtreibungen diskutiert. Doch wo sich Menschen zu Christus bekehrten, werde die „Decke“ weggenommen und das Licht des Evangeliums sichtbar. Der Friede wäre eigentlich sehr leicht zu haben – „wir müssten nur auf den Friedefürsten hören“, so Müller. Christen seien berufen, inmitten geistlicher Verwirrung Lichtträger und Friedensboten zu sein – in Familie, Beruf und Gesellschaft. Gott wolle durch schwache, zerbrechliche Menschen wirken. Das Gebet „Herr, nimm mir die Decke von den Augen“ könne der Beginn echter Veränderung sein. Die HMK ist eine überkonfessionelle Hilfsorganisation für verfolgte Christen. Das Werk wurde 1969 von dem rumänischen Pfarrer Richard Wurmbrand (1909–2001) gegründet und hat heute seinen Sitz in Schöffengrund bei Wetzlar. Es unterstützt mit über 180 Projekten in 60 Ländern Christen und Gemeinden, die wegen ihres Glaubens bedrängt und unterdrückt werden.