07.07.2025

Israel: Siedler greifen Mitarbeiter der „Deutschen Welle“ an

Siedler bewerfen im Westjordanland ein Team der Deutschen Welle mit Steinen. Der Sender verurteilt den Vorfall scharf. Der Deutsche Journalisten-Verband fordert juristische Konsequenzen.

 

(Von Israelnetz vom 7. Juli 2025)  JERUSALEM (inn) – Am Freitag haben israelische Siedler zwei Mitarbeiter der „Deutschen Welle“ (DW) angegriffen. Der Vorfall ereignete sich während eines Angriffs der Siedler auf das Dorf Sindschil bei Ramallah im Westjordanland. Nach Angaben der DW konnten sich die beiden Mitarbeiter, eine Korrespondentin aus dem Jerusalemer Büro und ein Kameramann, in Sicherheit bringen. Sie wurden mit Steinen beworfen und verfolgt, konnten aber unverletzt fliehen.

Das Auto des Kameramannes sei dabei allerdings „stark beschädigt“ worden. Unter anderem zerbrach eine Scheibe des Fahrzeugs.

Nach Angaben der „Deutschen Welle“ waren auch Journalisten der „New York Times“ oder der „Washington Post“ vor Ort. Alle Medienschaffenden seien klar als solche erkennbar gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Aufklärung gefordert

DW-Intendant Peter Limbourg verurteilte den Angriff auf seine Mitarbeiter und erklärte: „Wir sind erleichtert, dass sie bei dem Angriff nicht körperlich verletzt wurden und sich in Sicherheit bringen konnten.“ Der Angriff sei durch nichts zu rechtfertigen. Die DW fordere die israelische Regierung auf, die Sicherheit aller Journalisten im Westjordanland zu gewährleisten

Die Regierung äußerte sich bisher nicht zu dem Angriff, die Armee kündigte eine Untersuchung an.

Deutschlands Botschafter in Israel, Steffen Seibert, reagierte auf X und nannte den Angriff „äußerst beunruhigend.“ Und auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) zeigte sich besorgt. „Es kann nicht sein, dass radikale Siedler ungestraft Jagd auf Medienschaffende machen. Das darf nicht ohne Folgen bleiben“, sagte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster. Die israelische Regierung sei in der Pflicht, den Angriff aufzuklären und juristisch zu verfolgen. (mas)