08.07.2025

Deutschland: Handgreiflichkeiten mit Gottesdienstbesuchern

Langenau: Es geht um einen Konflikt mit propalästinensischen Demonstranten

Langenau/Stuttgart (IDEA) – Vor der evangelischen Martinskirche in Langenau (bei Ulm) ist es am 6 Juli zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen propalästinensischen Demonstranten und Gottesdienstbesuchern gekommen. Wie der Südwestrundfunk (SWR) berichtete, wird gegen drei Männer ermittelt. Der Initiator einer unangemeldeten Versammlung, ein 75-Jähriger, habe einen 84-jährigen nach dem Gottesdienst zu Boden gestoßen. Daraufhin soll ein weiterer Gottesdienstbesucher den Angreifer zu Fall gebracht und getreten haben. Die Polizei ermittle gegen die Beteiligten. Der 75-jährige soll zudem den Pfarrer der Gemeinde, Ralf Alexander Sedlak, vor den Gottesdienstbesuchern verunglimpft haben. Gegen ihn werde daher auch wegen Beleidigung und übler Nachrede ermittelt.

Gottesdienstbesucher bedrängt und eingeschüchtert

Bereits in der Vergangenheit wurde die Kirchengemeinde Opfer antisemitischer Schmierereien. Sedlak hatte bereits wenige Tage nach dem Überfall der Terrormiliz Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 die Erschütterung über die Opfer in einer Predigt zur Sprache gebracht. Seither sieht er sich, seine Familie und die Gottesdienstbesucher massiven Anfeindungen ausgesetzt, wie aus einer Pressemitteilung der württembergischen Landeskirche hervorgeht. Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl (Stuttgart) mahnte, Kommune und Landkreise wären hier eigentlich schon lange gefordert gewesen. Es könne nicht sein, dass Sonntag für Sonntag Gottesdienstbesucher bedrängt und eingeschüchtert würden, so dass viele Gemeindeglieder inzwischen den Gottesdienst in der Martinskirche nicht mehr besuchten. „Achselzuckende Kenntnisnahme hilft hier nicht weiter“, so Gohl. Einen solchen Konflikt könne man nicht aussitzen.

Landeskirche bekräftigt Unterstützung für bedrängte Pfarrer

Pfarrer Sedlak und seine Familie würden seit eineinhalb Jahren persönlich diffamiert. Dies sei nicht hinnehmbar. Rote Linien seien schon längst überschritten worden, schrieb Gohl bereits im April 2025 in einem Beitrag für die „Jüdische Allgemeine“, der auch in der aktuellen Pressemitteilung der Landeskirche zitiert wurde. Langenau sei kein Einzelfall, heißt es darin. Die Landeskirche versuche, bedrängten Pfarrern und der Kirchengemeinde beizustehen. Sie sichere ihnen tatkräftige Hilfe zu, wenn sie in „unerträglicher Weise beschimpft, beleidigt und eingeschüchtert“ würden.