09.07.2025
Deutschland: Cyberangriff auf Missions- und Bildungswerk „Neues Leben“
Vorstand: Daten wurden zum Teil „unwiderruflich gelöscht“
Wölmersen (IDEA) – Das Missions- und Bildungswerk „Neues Leben“ (Wölmersen/Westerwald) ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Das teilte der Vorstand in einem Schreiben an die Freunde des Werkes mit. Demnach erfolgte der Cyberangriff in der Nacht vom 16. auf den 17. Juni. Die Täter hätten über „eine raffinierte Täuschung“ von außen Zutritt erlangt. Sie haben, so die Mitteilung, Daten verschlüsselt, Teile unwiderruflich gelöscht und Lösegeld gefordert. Dies sei „trotz aktueller und umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen“ geschehen. Betroffen seien auch Projekte und Medieninhalte: „Vieles davon ist schlicht weg.“ Dem Schreiben zufolge könnten auch personenbezogene Daten von dem Angriff betroffen sein, etwa zu Spenden und Freizeiten. In Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten von Neues Leben und nach Auswertung der bisher vorliegenden internen Ermittlungsergebnisse schätze man das Risiko für die Freunde des Werkes gegenwärtig aber eher als „nicht hoch“ ein. Neues Leben nehme deren Sicherheit jedoch „sehr ernst“. Sie sollten wachsam sein, „falls in unserem oder auch euch unbekannten Namen ungewöhnliche Anfragen“ eingehen – besonders auf dem digitalen Weg. Nach Angaben des Vorstandes entsteht für das Werk eine erhebliche Mehrbelastung. So müsse vieles neu erstellt werden und der Server komplett neu konfiguriert werden. Das koste Zeit und eine „mittlere fünfstellige Summe“. Der Vorstand ruft zum Gebet und zu Sonderspenden für das Werk auf. Das Missions- und Bildungswerk Neues Leben wurde 1954 von dem Evangelisten Anton Schulte (1925–2010) gegründet. Es beschäftigt nach eigenen Angaben über 70 Mitarbeiter. Das Werk produziert das Ratgebermagazin „Neues Leben“ und TV-Sendungen. Außerdem organisiert es Freizeit- und Urlaubsangebote und betreibt das Theologische Seminar Rheinland. Den Vorstand von Neues Leben bilden Geschäftsführer Olaf Becker, René und Steffen Schulte.