10.07.2025
Indien: Gesetzgeber setzt Kopfgeld auf Evangelisten aus
International Christian Concern - Ein Abgeordneter der hindu-nationalistischen Bharatiya Janata Party (BJP), der Partei, die den indischen Bundesstaat Maharashtra regiert, hat ein Kopfgeld auf Evangelisten ausgesetzt, die angeblich Dörfer besuchen, um zu missionieren. In einer öffentlichen Rede soll Gopichand Padalkar, Mitglied der BJP-Legislativversammlung, ein Kopfgeld für die Ermordung verschiedener Arten von Christen ausgesetzt haben, wobei der höchste Betrag für Pastoren vorgesehen war.
Padalkar soll diese Rede gehalten haben, nachdem eine 28-jährige Frau, die im vierten Monat schwanger war, im Distrikt Sangli in Maharashtra durch Selbstmord ums Leben gekommen war, weil ihre Schwiegereltern angeblich eine Mitgift gefordert und sie unter Druck gesetzt hatten, das Christentum zu praktizieren.
Die Ankündigung der Geldprämie hat in der christlichen Gemeinschaft Empörung ausgelöst.
Christliche Gemeinden in verschiedenen Städten in Maharashtra haben Proteste organisiert und gefordert, dass ein Polizeiverfahren gegen den MLA wegen Anstiftung zur Gewalt und Verbreitung von Hass durch Padalkars Rede eingeleitet wird.
Die Demonstranten forderten außerdem den sofortigen Ausschluss Padalkars aus dem Legislativrat von Maharashtra und fügten hinzu, dass solche Personen keinen Platz in einer demokratischen Institution haben, die säkulare Werte hochhält.
In der Stadt Jalna überreichten Demonstranten unter der Leitung prominenter christlicher Führer dem Bezirkssammler ein Memorandum, in dem sie Maßnahmen gegen den Abgeordneten forderten.
In der Stadt Nagpur übergab eine Delegation des Nagpur City United Churches Forum, bestehend aus dem Abgeordneten Vikas Thakre, dem Geistlichen Sanjay Kotchade, Bischof Satish Yangad, Pastor Suresh Godbole und anderen, dem Polizeipräsidenten Ravindra Singal ein Memorandum mit verschiedenen Forderungen.
Das Memorandum enthielt unter anderem die Forderung, unverzüglich ein Strafverfahren gegen Padalkar einzuleiten, weil er ein Kopfgeld auf Christen ausgesetzt und verfassungswidrige Äußerungen gegen die christliche Gemeinschaft gemacht hatte.
Hassreden gegen religiöse Minderheiten in Indien, insbesondere gegen Christen und Muslime, sind seit der Machtübernahme der BJP auf Bundesebene im Jahr 2014 zu einem Instrument in den Händen der politischen Führung geworden.
Indien hat zwischen Juni 2024 und Juni 2025 mindestens 947 hassbezogene Vorfälle registriert. Davon richteten sich 345 Hassreden überwiegend gegen muslimische und christliche Gemeinschaften.
Die Ergebnisse dieser alarmierenden Daten, die gemeinsam von der Association for Protection of Civil Rights (APCR) und der Quill Foundation zusammengestellt wurden, wurden am 27. Juni veröffentlicht.
Quelle: International Christian Concern; www.persecution.org
Aus dem Englischen übersetzt und überarbeitet von AKREF