11.07.2025
Pakistan: Zwei junge Christen von Blasphemievorwurf freigesprochen
Ein Nachbar hatte sie fälschlich beschuldigt
Lahore (IDEA) – In Pakistan hat ein Gericht in Lahore am 8. Juli zwei christliche Jugendliche vom Vorwurf der Blasphemie freigesprochen. Das berichtet die Nachrichtenplattform Morning Star News. Die Polizei hatte Adil Babar (20) und Simon Nadeem (16) im Mai 2023 festgenommen. Zunächst war ihnen Respektlosigkeit gegenüber dem Propheten Mohammed vorgeworfen worden – ein Delikt, das mit der Todesstrafe geahndet wird. Später wurde die Anklage auf „Verletzung religiöser Gefühle“ reduziert. Darauf stehen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Ihr Anwalt Naseeb Anjum erklärte, ein Nachbar habe die damals 14- und 18-Jährigen fälschlich beschuldigt. Die Polizei hatte die beiden trotz schwacher Beweislage verhaftet. Sie wurden später auf Kaution freigelassen. Das Gericht stellte nun fest, dass die Anklage unzulässig war. Aufgrund von Drohungen mussten die Familien der beiden Jugendlichen umziehen. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA hatten Simon Nadeem im Juli 2024 als „Gefangenen des Monats“ benannt und dazu aufgerufen, sich in Briefen an den pakistanischen Staatspräsidenten für ihn einzusetzen. Immer wieder kommt es zu Blasphemievorwürfen in Pakistan. Angehörige religiöser Minderheiten, etwa Christen, werden dabei überproportional häufig bezichtigt, oft aufgrund von persönlichen Streitigkeiten oder Missgunst. Laut dem „Zentrum für Soziale Gerechtigkeit“ (Center For Social Justice/CSJ) in Lahore wurden in Pakistan seit 1987 rund 2.500 Personen wegen Blasphemie angeklagt, darunter 291 Christen. Von den über 230 Millionen Einwohnern Pakistans sind 96 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen und ein Prozent Hindus.