17.07.2025
Malaysia: Oberster Gerichtshof bestätigt Elternrecht bei Religionswechsel
IIRF-D/ICC/Tübingen/17.07.25 - International Christian Concern - In einem bedeutenden Urteil hat der Oberste Gerichtshof Malaysias ein TikTok-Video des Predigers Firdaus Wong Wai Hung, das nicht-muslimische Minderjährige zum Übertritt zum Islam auffordert, für verfassungswidrig und rechtswidrig erklärt.
Die Entscheidung stärkt die elterlichen Rechte gemäß der malaysischen Bundesverfassung und hat neue Diskussionen über Religionsfreiheit, elterliche Autorität und die Rolle des Glaubens im öffentlichen Raum ausgelöst.
Richter Amarjeet Singh, der am Obersten Gerichtshof von Kuala Lumpur den Vorsitz führte, ordnete an, dass Firdaus das umstrittene Video von allen sozialen Medienplattformen zu entfernen hat, und erließ eine dauerhafte Verfügung, die ähnliche Inhalte in Zukunft verbietet. Firdaus wurde außerdem angewiesen, den acht nicht-muslimischen Eltern, die die Klage eingereicht hatten, 10.000 MYR (ca. 2.350 $) an Prozesskosten zu zahlen.
Der Fall geht auf ein TikTok-Video vom Juni 2024 zurück, in dem Firdaus einem Social-Media-Influencer riet, wie er mit nicht-muslimischen Minderjährigen umgehen sollte, die daran interessiert sind, ohne Wissen ihrer Eltern zum Islam zu konvertieren. Berichten zufolge schlug der Prediger vor, solche Konversionen geheim und unregistriert zu halten, was unter nicht-muslimischen Eltern zu großer Empörung führte.
Der Inhalt des Videos gab Anlass zu Besorgnis über den Bruch des elterlichen Vertrauens und des verfassungsrechtlichen Schutzes. Die Eltern, vertreten durch den federführenden Anwalt M. Visvanathan, argumentierten, dass Firdaus' Handlungen gegen Artikel 12 Absatz 4 der Bundesverfassung verstoßen, der Eltern oder Vormündern das Recht einräumt, über die Religion von Minderjährigen unter 18 Jahren zu entscheiden.
Visvanathan betonte, dass das Video die elterlichen Rechte untergrabe und einen gefährlichen Präzedenzfall schaffe. Er berief sich auf die Befugnis des Obersten Gerichtshofs gemäß Abschnitt 25 und dem zweiten Anhang des Courts of Judicature Act von 1964, die verfassungsmäßigen Freiheitsrechte zu schützen. Das Gericht stimmte dem zu und entschied, dass Firdaus' Handlungen verfassungswidrig und schädlich für die Rechte der Eltern waren.
Dieser Präzedenzfall ist einer der ersten, der sich mit digitaler Bekehrung und Konvertierung Minderjähriger im Rahmen der malaysischen Verfassung befasst. Er unterstreicht die Rolle der Justiz beim Schutz der elterlichen Autorität und wirft ein Schlaglicht auf die laufenden Debatten über Religionsfreiheit und den Einfluss der Religion in öffentlichen Einrichtungen.
Das Urteil sendet die klare Botschaft, dass die malaysische Verfassung die elterlichen Rechte in Bezug auf den Glauben eines Kindes schützt und dass digitale Plattformen nicht zur Umgehung dieses Schutzes genutzt werden können.
Quelle: International Christian Concern; www.persecution.org
Aus dem Englischen übersetzt und überarbeitet von AKREF