21.07.2025

Israel: Westjordanland - US-Botschafter verurteilt Übergriffe auf christliches Dorf

Mike Huckabee: Verantwortliche Siedler zur Rechenschaft ziehen

Jerusalem (IDEA) – Der US-Botschafter in Israel und ehemalige Baptistenpastor Mike Huckabee hat die jüngsten Angriffe auf das einzige christlich-palästinensische Dorf im Westjordanland verurteilt. Der Ort Taybeh war in den vergangenen Wochen dreimal Ziel von Attacken und Brandstiftungen durch radikale israelische Siedler. Dabei legten sie auch ein Feuer bei der Georgskirche, deren Geschichte bis ins 5. Jahrhundert zurückreicht. Nach einem Besuch in Taybeh – im Neuen Testament als Efraim bekannt – am 19. Juli bezeichnete Huckabee auf dem Kurznachrichtenkanal X (ehemals Twitter) die Schändung religiöser Stätten als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Gott“. Der evangelikale Christ gilt als Befürworter der israelischen Siedlungspolitik im Westjordanland. In einer offiziellen Stellungnahme fügte er hinzu, dass die Entehrung eines Gotteshauses ein Verbrechen und Akt des Terrors sei. „Das muss Konsequenzen haben und zwar harte Konsequenzen, denn unsere Gotteshäuser sind eine der letzten Bastionen unserer Zivilisation“, so Huckabee. Er kündigte an, alles in seiner Macht Stehende zu tun, damit die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Unaufgeklärter Mord an palästinensischem US-Bürger

Auf X wies Huckabee ferner darauf hin, dass in Taybeh einige US-Bürger leben. Er betonte jedoch zugleich, dass er sich für alle US-Staatsbürger in Israel einsetze – egal welcher Religion sie angehörten. „Wenn sie terrorisiert werden oder Opfer von Verbrechen werden, werde ich fordern, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden und echte Konsequenzen tragen müssen.“ Medienberichten zufolge waren nur wenige Tage zuvor zwei Palästinenser von Siedlern zu Tode geprügelt worden. Einer der Opfer war der palästinensische US-Staatsbürger Saif Musallet (20), der seine Familie in Sinjil besuchte. Auch in seinem Fall hatte Huckabee eine „aggressive Untersuchung“ durch die Behörden gefordert. Die israelische Regierung gab bislang weder zu diesem Vorfall noch zu den Angriffen in Taybeh eine Erklärung ab.

Spannungen zwischen USA und Israel

Huckabees Besuch in Taybeh fällt in eine Zeit, in der es Spannungen zwischen Israel und den USA gibt. Am 17. Juli war eine von der israelischen Armee abgefeuerte Granate auf dem Gelände der katholischen Kirche in Gaza eingeschlagen und hatte drei Menschen getötet. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu drückte sein Bedauern aus, nachdem US-Präsident Donald Trump eine Erklärung dafür gefordert hatte. Überdies hatte Huckabee am 16. Juli in einem Brief an den israelischen Innenminister Moshe Arbel seine Besorgnis über Verzögerungen bei der Erteilung von Visa für evangelikale US-Touristen zum Ausdruck gebracht. Er drohte, öffentlich zu erklären, dass Israel christliche Gruppen nicht mehr willkommen heiße und Gegenmaßnahmen gegen israelische Touristen zu ergreifen, die in die USA wollen. Arbel wies die Vorwürfe Huckabees zurück.