05.06.2025
Mauretanien: Leichenschändung
Die Spannungen für Christen in Sélibaby, Südmauretanien, sind eskaliert in der Folge der Entweihung eines Grabes während eines gewalttätigen Protestes am 7. April (wir berichteten).
Die Demonstration, angefeuert durch antichristliche Rhetorik in sozialen Medien, wurde gewalttätig, als ein Mob den Körper eines vor kurzem verstorbenen christlichen Mannes exhumierte.
Der Grabstein wurde zerstört und der Leichnam durch die Straßen geschleift, bevor er in einem Dorf, 19 Kilometer entfernt, erneut begraben wurde.
Schon vor dem Protest, der von den Behörden genehmigt war, wurden Drohungen gegen Christen in sozialen Medien ausgesprochen. Einige riefen dazu auf Häuser niederzubrennen. Am folgenden Tag wurde die Stimmung weiterhin hochgepeitscht, indem Christen als „Ungläubige“ und „Abgefallene“ bezeichnet wurden und dazu aufgefordert wurde, sie sozial auszugrenzen.
Lokale christliche Leiter berichteten, dass sie von ihrem weiteren Familienkreis ausgegrenzt wurden und sie eine wachsende Isolation und Aggressivität spüren. In Antwort auf den öffentlichen Aufschrei wurden mehrere leitende Sicherheitsbeamte am 8. April infolge einer internen Untersuchung entlassen.
Dieser letzte Vorfall folgt einer Welle der Verfolgung. Ende 2023 wurden viele Christen in leitenden Positionen und deren Angehörige verhaftet, was nationale Aufmerksamkeit erregte. Trotz einer Haftentlassung Anfang 2024 finden weiterhin Schikanierungen, Gewalt und Vertreibungen statt.