10.06.2025

Österreich: Graz: 21-Jähriger tötet an Schule neun Personen bei Amoklauf

Der Ex-Gymnasiast soll aus Rache gehandelt haben

Graz (IDEA) – Entsetzen unter Kirchenvertretern und Politikern hat der Amoklauf eines 21-Jährigen an einer österreichischen Schule ausgelöst. Am 10. Juni war der mutmaßliche Täter, ein ehemaliger Schüler eines Grazer Gymnasiums in die Schule eingedrungen und hatte neun Personen getötet. Laut Polizeiangaben tötete der Mann sich anschließend selbst. In einer gemeinsamen Erklärung äußerten der katholische Bischof von Graz-Seckau, Wilhelm Krautwaschl, und der Weihbischof Johannes Freitag: „Diese Wahnsinnstat in einer Grazer Schule lässt uns fassungslos und erschüttert zurück.“ Sie drückten allen Betroffenen der Tat ihr Mitgefühl aus und beteuerten, dass die Kirche alles in ihrer Macht Stehende tun werde, um den Betroffenen beizustehen. Am Abend des 10. Juni sollen zwei Gedenkgottesdienste stattfinden, einer davon in einer Kirche unweit der Schule. Zudem gebe es Seelsorge-Angebote in den Pfarreien der Stadt, so die Bischöfe. Der steirische evangelische Superintendent Wolfgang Rehner und Superintendentialkurator Michael Axmann bezeichneten die Tat als unbegreiflich. Tote, Verletzte und eine verunsicherte Stadt seien die Folge. Sie betonten, dass gerade jetzt deutlich werde, „wie wichtig es ist, die Seelen der Betroffenen zu begleiten“. In diesem Zusammenhang dankten sie dem evangelischen Pfarrer und Religionslehrer des Gymnasiums, Paul Nitsche, für seinen Einsatz als Notfallseelsorger. Auch der österreichische Fußballnationalspieler und bekennende Christ David Alaba drückte in den Sozialen Medien sein Entsetzen aus: „Meine Gedanken und Gebete sind bei den Opfern, ihren Familien und allen, die von dieser schrecklichen und sinnlosen Gewalttat betroffen sind.“ Auch aus Deutschland kamen zahlreiche Beileidsbekundungen, darunter von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die österreichische Regierung kündigte eine dreitägige Staatstrauer an. Nach Polizeiangaben war der mutmaßliche Täter vor der Tat polizeilich nicht aufgefallen. Die Tat habe er mit zwei Waffen, einer Schrotflinte und einer Pistole, begangen, die er legal besessen habe. Zum Motiv der Tat äußerte sich die Polizei nicht. Laut einem unbestätigten Bericht der „Kronen Zeitung“ soll sich der Täter aber als Mobbingopfer empfunden haben und wollte so Rache üben.