12.06.2025

Gaza: GHF: Acht palästinensische Helfer durch Hamas getötet

Der Betrieb der Verteilzentren bleibt hochgefährlich: Acht Helfer werden durch die Hamas erschossen, einige womöglich entführt. Israel beklagt das Schweigen der Welt.

(Von Israelnetz vom 12. Juni 2025)  CHAN JUNIS (inn) – Terroristen der Hamas haben am Mittwochabend im Gazastreifen acht palästinensische Mitarbeiter bei den Verteilzentren für humanitäre Hilfe getötet. Das teilte die „Humanitäre Gaza-Stiftung“ (GHF) mit. Zudem seien möglicherweise mehrere Mitarbeiter entführt worden, erklärte Geschäftsführer Johnnie Moore am Donnerstagmorgen.

Laut Mitteilung der GHF war ein Bus mit mehr als zwei dutzend Helfern auf dem Weg zu einem Verteilzentrum westlich von Chan Junis gewesen. Gegen 22 Uhr Ortszeit sei es zu dem Angriff gekommen. Weitere Informationen würden bekanntgegeben, sobald sie verfügbar seien.

Verurteilungen gefordert

Die Tat verurteilte Moore auf das Schärfste. „Wir rufen die Weltgemeinschaft auf, die Hamas für diesen unprovozierten Angriff zu verurteilen.“ Die Tötung sei indes nicht in einem Vakuum erfolgt. Die Hamas habe die GHF-Mitarbeiter seit Tagen offen bedroht. Doch die Weltgemeinschaft habe dazu geschwiegen.

Auch Israel rief die Weltgemeinschaft auf, die Tat zu verurteilen. Von den Vereinten Nationen habe es bislang keine Stellungnahme gegeben, beklagte die Zivilbehörde der Armee (COGAT) in einem Post auf X gegen 10 Uhr Ortszeit. „Zählen die Leben von humanitären Helfern nur, wenn sie ein UN-Emblem tragen?“

In dem Post stellte die Behörde die Entführung einiger Helfer als Fakt dar. Die GHF sprach auch am Mittag noch lediglich von der Möglichkeit einer Entführung.

Weiter erklärte die GHF, dass drei Verteilzentren am Morgen geöffnet hätten: zwei bei Rafah und ein weiteres im zentralen Gazastreifen. Man habe nach dem Vorfall eine Schließung erwogen, wolle aber nicht vor Terror einknicken. Nach eigenen Angaben wurden am Donnerstag Essenspakete mit 2,6 Millionen Mahlzeiten verteilt.

Hilfsgüter für den Norden

Neben den Hilfen läuft die Einfuhr von Hilfsgütern auch auf den anderen Kanälen weiter. In einer Wochenzusammenfassung teilte COGAT am Samstag mit, dass 350 Laster über den südlichen Kerem-Schalom-Übergang in den Küstenstreifen gelangt seien.

Am Mittwoch ließ Israel erstmals seit Monaten Hilfsgüter in den nördlichen Gazastreifen. Laut COGAT fuhren 56 Laster des Welternährungsprogramms über den Sikim-Übergang an der Nordwest-Ecke des Gazastreifens ein. Der Schritt sei nach Genehmigung durch die israelische Regierung und auf Empfehlung der Sicherheitsbehörden erfolgt.

Bedrohter Betrieb

Die Terror-Organisation Hamas und die Vereinten Nationen haben die Einrichtung der Verteilzentren seit Betriebsbeginn Ende Mai heftig kritisiert. Israel will durch das neue System die Plünderung der Hilfsgüter durch die Hamas vermeiden.

Der Betrieb lief bislang allerdings nicht wie gewünscht. Auf dem Weg zu den Zentren wurden bei mehreren Vorfällen dutzende Palästinenser erschossen. Israel macht die Hamas dafür verantwortlich. Infolge der Bedrohungslage musste die GHF die Zentren zeitweise schließen. (df)