13.06.2025

Israel/Iran: Politiker und Organisationen solidarisieren sich mit Israel

Das Land greift militärische Ziele im Iran an

Jerusalem/Teheran (IDEA) – Deutsche Politiker und Organisationen haben sich solidarisch hinter Israel gestellt und zur Unterstützung aufgerufen. In der Nacht zum 13. Juni griff das Land Militär- und Nukleareinrichtungen im Iran an. Laut der Internet-Zeitung „Times of Israel“ und der israelischen Nachrichtenplattform „Ynet“ ging dem Angriff eine jahrelange Vorbereitung voraus. Dabei sollen israelische Soldaten und Mossad-Agenten unter anderem eine versteckte Drohnenbasis auf iranischem Boden nahe Teheran errichtet sowie Fahrzeuge mit Waffensystemen in den Iran geschmuggelt haben. Nach Angaben der israelischen Armee sind bei zielgerichteten Angriffen auf die iranische Flugabwehr Dutzende Radaranlagen und Boden-Luft-Raketenwerfer zerstört worden. Deutschen Medienberichten zufolge erstrecken sich die Angriffe der israelischen Luftwaffe mittlerweile auf weite Teile des Iran. Beispielsweise sei die Stadt Täbris im Nordwesten unter Feuer genommen worden. Man könne davon ausgehen, dass sich dort die iranische Luftabwehr befindet. Bei den Angriffen sollen bislang unter anderen der iranische Generalstabschef Mohammed Bagheri und der Kommandeur der Revolutionsgarden, Generalmajor Hussein Salami, getötet worden sein. Medienberichten zufolge soll auch der Generalsekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates, Ali Shamkhani, ums Leben gekommen sein. Die Operation trägt den Namen „Rising Lion“ (Sich erhebender Löwe) und bezieht sich auf die Bibelstelle 4. Mose 23,24: „Siehe, ein Volk wie eine Löwin, die aufsteht, wie ein Löwe, der sich erhebt.“ Israel kündigte weitere Angriffe an.

Bundeskanzler Merz: Israel hat Recht auf Selbstverteidigung

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bekräftigte das Recht Israels, seine Existenz und die Sicherheit seiner Bürger zu verteidigen. Die Bundesregierung habe ihre Sorge über das weit vorangeschrittene iranische Atomwaffenprogramm seit vielen Jahren immer wieder zum Ausdruck gebracht. Es verstoße gegen die Bestimmungen des Atomwaffensperrvertrages und sei eine ernsthafte Bedrohung für die gesamte Region, insbesondere für den Staat Israel. Gleichzeitig rief Merz beide Konfliktparteien dazu auf, nichts zu tun, was zu einer weiteren Eskalation führen und die gesamte Region destabilisieren könne.

Kiesewetter: Mullah-Regime ist Wurzel des Übels

Der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter (CDU) äußerte auf dem Kurznachrichtenkanal „X“ (ehemals Twitter): „Israel gezielter Angriff auf iranische Nuklearwaffen und militärische Hochwertziele ist nötig und dient der Sicherheit der gesamten Region.“ Das Mullah-Regime sei die Wurzel des Übels und überziehe Israel und die Welt mit seinem Terror. Staatsziel des Iran sei die Auslöschung Israels. Daher sei der Angriff Israels „notwendig, zielgerichtet und dient der Selbstverteidigung“.

Josias Terschüren: Der Welt einen großen Dienst erwiesen

Der Leiter für Politik und Gesellschaft der Organisation „Christen an der Seite Israels“ (CSI), Josias Terschüren (Berlin), hat den Militärschlag Israels gegen den Iran begrüßt. Wie er der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA sagte, hat Israel der Weltgemeinschaft damit „einen großen Dienst erwiesen“. Die diplomatischen Bemühungen hätten nicht zum gewünschten Ergebnis geführt, die Gefahr eines atomar bewaffneten Iran abzuwenden. Nun habe Israel begonnen, die Militärführung und das Atomprogramm auszuschalten. Für das iranische Terrorregime gehe es jetzt ums Überleben. Ein Regimewechsel sei wünschenswert. Der Angriff sei „im Sinne der brutal unterdrückten Christen, des persischen Volkes und des jüdischen Staates“. Israel habe mit seinem Vorgehen das „Nie wieder“ verteidigt. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu habe im Vorfeld zu Recht von der Bedrohung durch einen „nuklearen Holocaust“ gesprochen: „Als Christen wünschen wir uns Frieden. Aber mit dem Bösen gibt es keinen Frieden. Wenn ich gegenüber dem Bösen pazifistisch bin, ist auch das böse.“ Juden hätten das nach der Schoah anders als der Westen verinnerlicht, so Terschüren.

 

Volker Beck: Chance für demokratische Opposition

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck (Berlin), rief die deutsche Bundesregierung dazu auf, „zusammen mit der zivilisierten Welt unmissverständlich an der Seite Israels zu stehen“. Er betonte: „Dieser Präventivschlag Israels richtet sich nicht gegen das iranische Volk, sondern gegen die konkrete Bedrohung seiner Existenz durch das iranische Regime.“ Für die demokratische Opposition im Iran könnte dieser Schlag eine historische Chance darstellen, das geschwächte Regime „abzuschütteln“, so Beck.

Jürgen Bühler: Für Schutz Israels und Ende der Eskalation beten

Der Präsident der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ), Jürgen Bühler, rief zum Gebet für den Schutz Israels auf sowie für ein rasches Ende dieser Eskalation „mit dem klaren Ergebnis, dass die iranische nukleare Bedrohung für Israel und den gesamten Nahen Osten ein für allemal beendet wird“. Auch Bühler verteidigte das israelische Vorgehen. Israel weiß mindestens seit den 1990er Jahren vom Streben des Iran nach Atomwaffen, um die jüdische Nation anzugreifen. Der jetzige Angriff komme zu einem Zeitpunkt, da das islamische Regime genug angereichertes Uran in nahezu waffenfähiger Qualität angesammelt habe, um mindestens zehn Atomsprengköpfe zu bauen und damit gefährlich nahe an der nuklearen Schwelle steht, so Bühler.

AfD übt Kritik

Kritik hingegen äußerte der AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag und Bundessprecher der Partei, Tino Chrupalla, auf „X“: „Ans Pulverfass Naher Osten ist Lunte gelegt. Die Verhandlungen um zivile Nutzung von Kernenergie durch Iran sind gescheitert. Krieg in der Region ist nicht im Interesse von Deutschland und Europa. Ich verurteile die Angriffe und rufe die Beteiligten zur Mäßigung auf!“