16.06.2025

Bosnien-Herzegowina: Keine Rabbinerkonferenz nach anti-israelischem Boykottaufruf

Sarajevo: Antisemitismusbeauftragter: Erschreckendes Beispiel von reinem Judenhass

München (IDEA) – Die europäische Rabbinerkonferenz kann nicht in Sarajevo stattfinden. Stattdessen wird sie nun in München tagen. Wie der bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle (CSU) laut einer Pressemitteilung erklärte, sollte sie ursprünglich in einem Hotel in Sarajevo (Bosnien-Herzegowina) stattfinden. Dieses habe die Veranstaltung aber kurzfristig abgesagt. Dem sei ein anti-israelischer Boykottaufruf des Arbeits- und Sozialministers des Landes, Adnan Delić, vorausgegangen, wie die Jüdische Allgemeine berichtet. Demnach hat Delić die Organisatoren aufgefordert, die Konferenz in Sarajevo unverzüglich abzusagen. Er bezeichnete außerdem Israel als „völkermörderisches Gebilde“. Spaenle nannte die Vorgänge ein „erschreckendes Beispiel von reinem Judenhass mit anti-isrealischem Bezug“. Die Rabbiner würden damit in „Mithaftung für die Politik der israelischen Regierung genommen“. Dabei setzten sie sich in Europa für Toleranz und den Dialog von Angehörigen verschiedener Religionen ein. Spaenle wies in diesem Kontext auch auf den Wunsch Bosnien-Herzegowinas hin, der EU beizutreten. Allerdings sei dieses Verhalten eines verantwortlichen Politikers eines europäischen Landes „mehr als verwunderlich“. Die EU müsse diesen Vorgang in die Beurteilung des Beitrittsprozesses miteinbeziehen.