26.06.2025

Deutschland: Korntaler Firmengelände mit Israelfahnen hat gebrannt

Die Polizei ermittelt wegen einer möglichen Brandstiftung

Korntal-Münchingen (IDEA) – Auf dem Gelände der Baustoff-Firma Paul Link in Korntal-Münchingen haben mehrere Silos und Lkw sowie eine Halle gebrannt. Dort hingen zuvor zwölf Israelfahnen und ein Banner mit der Jahreslosung „Prüft alles und behaltet das Gute!“ (1.Thessalonicher 5,21). Die Kriminalpolizei kann eine Brandstiftung nicht ausschließen und hat daher die Ermittlungen übernommen, wie das zuständige Polizeipräsidium Ludwigsburg mitteilte. Der Sachschaden werde vermutlich im siebenstelligen Bereich liegen. Die genauen Hintergründe des Brandes seien aktuell Gegenstand der Ermittlungen. Zeugen, die verdächtige Wahrnehmungen gemacht oder Personen festgestellt hätten, werden gebeten, sich zu melden. Weitere Informationen wollte die Pressestelle auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur nicht übermitteln. Der frühere Firmenchef Paul Link hatte die Fahnen nach dem Überfall der Terrormiliz Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 anbringen lassen. Seine Familie ist der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal eng verbunden. Sein Sohn Martin, der das Unternehmen inzwischen in dritter Generation führt, gehört zur Leitung der Gemeinde, die vertraglich mit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg verbunden ist. Auf IDEA-Anfrage teilte er mit, dass er sich „aus ermittlungsrechtlichen Gründen“ nicht zu dem Vorfall äußern solle und wolle.

Paul Link: Die Flaggen hängen solange, bis alle Geiseln frei sind

Sein Vater hatte der Ludwigsburger Kreiszeitung gegenüber von Überwachgungsaufnahmen gesprochen, auf denen ein vermummter Mann zu sehen sei. Dieser sei mit dem Fahrrad angekommen, habe die zwölf israelischen Flaggen auf den Silos heruntergerissen und angezündet, ehe er auch die für Fahrzeugprüfungen genutzte Halle in Brand gesteckt habe. Zudem seien später an einem Lkw ein Hakenkreuz sowie der Code „88“ für „Heil Hitler“ und auf Englisch der Spruch „Freiheit für Palästina“ entdeckt worden. Link sagte ferner, dass er die zwölf Fahnen – eine für jeden Stamm Israels – solange habe hängen lassen wollen, bis alle Geiseln der Hamas frei seien. Wie der Südwestrundfunk (SWR) berichtete, hatte ein Anwohner ihn in der Vergangenheit deshalb gewarnt. Sie zu hissen, könne gefährlich werden.