30.06.2025
Indien: Hindu-Nationalisten betrachten Christen als LandesverräterZum Jahresfest der Karmelmission kamen rund 800 Besucher
Zum Jahresfest der Karmelmission kamen rund 800 Besucher
Schorndorf (IDEA) – In Indien versuchen Hindu-Nationalisten, jede Form von Missionsaktivitäten anderer Glaubensgemeinschaften zu verhindern. Dies berichtete ein einheimischer Mitarbeiter der Evangelischen Karmelmission auf deren 119. Jahresfest, wie das Werk mitteilte. 800 Besucher zählte das Treffen am 29. Juni in Schorndorf bei Stuttgart. Es stand unter dem Motto: „Jesus Christus spricht: ‚Ich bin der gute Hirte‘“. Der aus Sicherheitsgründen namentlich nicht genannte Mitarbeiter führte weiter aus, dass Christen aus Sicht der Hindu-Nationalisten, „Landesverräter“ seien, weil sie an eine „fremde Religion“ glaubten. In zwölf Bundesstaaten sei der Religionswechsel ein schweres Verbrechen. Er könne im schlimmsten Fall sogar mit lebenslanger Haft bestraft werden. Indischen Christen mit muslimischem Hintergrund drohe daher eine doppelte Verfolgung: zum einen durch Muslime und zum anderen durch die indischen Behörden. Es sei ein Wunder, dass trotzdem Muslime zum Glauben an Jesus fänden. Sie ließen sich sogar als ehrenamtliche Evangelisten unter ihren Landsleuten ausbilden.
Muslime finden bei Jesus den gnädigen Gott
Der Missionsinspektor der Karmelmission, Stefano Fehr, wies auf die verzweifelte Suche der Muslime nach einem gnädigen Gott hin. Sie könnten sich nie sicher sein, ob Allah sie ins Paradies rufen werde oder nicht – egal wie gut sie die islamischen Vorgaben einhielten. Christen dagegen könnten sich sicher sein: „Als Gottes Kinder haben wir ewiges Leben. Wir gehören zu unserem Hirten Jesus Christus, und nichts und niemand kann uns von ihm wegreißen. Diese Verheißung lässt täglich Muslime dem Ruf Jesu folgen.“
Gemeinde in Aserbaidschan wächst trotz Verfolgung
Ein einheimischer Mitarbeiter der Karmelmission im stark muslimisch geprägten Aserbaidschan berichtete, dass die Zahl der dortigen Christen in den letzten Jahren stark gewachsen sei. Erst nach dem Ende der Sowjetunion 1991 hätten die ersten Aseris zum Glauben an Jesus gefunden. Heute gebe es rund 7.000 Christen, die sich in kleinen Hauskreisen zusammenfänden. Sie zahlten einen hohen Preis für ihre Bekehrung. So sei Mitte Juni ein Evangelist der Karmelmission auf offener Straße zusammengeschlagen worden. Das 1904 gegründete Werk ist einer der weltweit größten auf den Islam spezialisierten Verlage für evangelistische Literatur. Es unterhält Regionalbüros in 20 Ländern mit mehr als 200 Mitarbeitern. Neben seinem evangelistischen Dienst versorgt das Missionswerk Tausende Kriegsflüchtlinge im Sudan, im Libanon, im Irak und in Jordanien mit Hilfsgütern. Missionsleiter ist Martin Landmesser.