19.03.2025
Deutschland: Kritik an Landesbischof Gohl nimmt zu
Württemberg: Immer mehr theologisch Konservative warnen vor Einführung der Homo-Trauung
Stuttgart (IDEA) – Die Kritik am Einsatz des württembergischen Landesbischofs Ernst-Wilhelm Gohl (Stuttgart) für die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare nimmt zu. Gohl hatte im November vor der Landessynode erklärt, eine entsprechende Arbeitsgruppe im Oberkirchenrat einzusetzen. Sie soll bis zur Sommersynode 2025 einen Gesetzentwurf vorlegen, der eine Trauung gleichgeschlechtlicher Ehepaare ermöglicht. Sie können in Württemberg bisher gesegnet, aber nicht getraut werden. Grundlage ist der Beschluss der Landessynode vom März 2019. Er ermöglicht Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Partner in bis zu einem Viertel der Kirchengemeinden. Voraussetzung ist, dass drei Viertel der Mitglieder eines Kirchengemeinderats und der ihm angehörenden Pfarrer eine öffentliche Segnung befürworten. Bereits im Dezember hatte der Vorsitzende des Süddeutschen Gemeinschaftsverbandes (SV), Johannes Reinmüller (Wolfschlugen bei Nürtingen), den Landesbischof gebeten, seinen Einsatz für die Einführung gleichgeschlechtlicher Trauungen aufzugeben. Über 30 Kirchengemeinderäte hatten sich dieser Kritik angeschlossen.
Offener Brief: Über 170 Unterzeichner fordern Rücknahme des Vorhabens
Nun haben über 170 Pfarrer, Vikare, Theologiestudenten, Synodale und weitere Kirchenmitglieder einen Offenen Brief an Landesbischof, Oberkirchenrat und Synode geschickt. Darin fordern sie ebenfalls, das Vorhaben aufzugeben. Für eine Änderung der aktuell gültigen Regelung gebe es im Übrigen nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit in der Synode, so der Brief, der der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA vorliegt. Zu den Unterzeichnern gehören auch zahlreiche Leiter von theologisch konservativen Werken und Verbänden, darunter der Vorsitzende der „ChristusBewegung Lebendige Gemeinde“, Pfarrer Friedemann Kuttler (Großbottwar bei Ludwigsburg), der Missionsleiter der Liebenzeller Mission, David Jarsetz, der Rektor der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL), Prof. Volker Gäckle (Calw), der Vorsitzende des Liebenzeller Gemeinschaftsverbandes (LGV), Martin Siehler (Vaihingen an der Enz), der Vorsitzende des Evangelischen Gemeinschaftsverbandes Württemberg „Die Apis“, Pfarrer Matthias Hanßmann (Horb am Neckar), der Vorsitzende des Christusbundes, Matthias Köhler (Weilheim an der Teck), der Geistliche Vorsteher der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal, Pfarrer Johannes Luithle (Korntal-Münchingen), die Oberin des Diakonissenmutterhauses Aidlingen, Schwester Regine Mohr, und der Direktor des Christlichen Gästezentrums „Schönblick“ in Schwäbisch Gmünd, Pfarrer Martin Scheuermann.