27.05.2025
Kuba: Pastorenehepaar drohen acht Jahre Haft
Es hatte Gott in einem Gerichtsprozess erwähnt
London (IDEA) – Im kommunistisch regierten Kuba ist ein Pastorenehepaar festgenommen worden, weil es vor einem Militärgericht Gott erwähnt hatte. Dafür droht beiden eine Gefängnisstrafe von acht Jahren. Das berichtet das christliche Hilfswerk CSW (ehemals Christian Solidarity Worldwide/Christliche Solidarität weltweit). Bei den Betroffenen handelt es sich um Luis Guillermo Borjas und dessen Frau Roxana Rojas (Nueva Gerona). Sie gehören der pfingstkirchlichen Bewegung „Assemblies of God“ (Versammlungen Gottes) an. Laut CSW ist diese in Kuba anerkannt und damit legal. Die Eheleute seien am 19. Mai verhaftet worden, nachdem sie vor einem Militärgericht ausgesagt hatten. Ihr Sohn Kevin Laureido Rojas habe dort wegen versuchter Wehrdienstentziehung vor Gericht gestanden, so das Hilfswerk auf seiner Internetseite. Trotz eines Attests wegen gesundheitlicher Einschränkungen sei er zum Wehrdienst eingezogen worden und aus einer Militäreinrichtung geflohen. Um ihr Kind zu verteidigen, hätten die Geistlichen anfangs medizinische Dokumente vorgelegt, die den mangelnden Gesundheitszustand ihres Sohnes beweisen sollten. Als der Militärstaatsanwalt diese als gefälscht abtat, hätten die Eltern protestiert. Sie wiesen die Anwesenden darauf hin, dass sie einmal vor „Gottes Gerechtigkeit“ Rechenschaft für ihr Handeln ablegen müssten. Der Staatsanwalt ordnete daraufhin die Inhaftierung des Paares an und erhob Anklage. Er begründete dies damit, dass es verboten sei, Gott vor einem Militärgericht zu erwähnen. Der Staatsanwalt wirft den Pastoren Respektlosigkeit und Ungehorsam gegenüber den Behörden vor. Während Borjas weiter in Haft ist, wurde seine Frau laut CSW noch in der Nacht der Inhaftierung aufgrund einer Herzerkrankung bewusstlos ins Krankenhaus gebracht. Der Prozess ist für den 9. Juni angesetzt. CSW forderte die kubanische Regierung auf, die Anklage gegen das Paar fallen zu lassen. Von den rund elf Millionen Bewohnern Kubas sind 54 Prozent Katholiken, 22 Prozent nicht religiös, 17 Prozent Spiritisten sowie sieben Prozent Protestanten und Evangelikale.