09.01.2026
Deutschland: KALEB - Farbanschlag von Abtreibungsbefürwortern
Die Lebensrechtsorganisation ist erneut Ziel eines Anschlages geworden
Chemnitz (IDEA) – Das „Haus für das Leben“ in Chemnitz ist erneut Ziel eines Farbanschlags geworden. Unbekannte beschmierten in der Nacht zum 25. Dezember die Außenfassade des Gebäudes mit Parolen, darunter „Abtreibung legalisieren“. In dem Haus sind sowohl das Familienzentrum der Lebensrechtsorganisationen KALEB (Kooperative Arbeit Leben Ehrfürchtig Bewahren) Region Chemnitz als auch deren Bundesgeschäftsstelle untergebracht. Der Geschäftsführer des Familienzentrums, Ernst von Heyking, und der Geschäftsführer der Bundesgeschäftsstelle, Falk Weißbach, bezeichneten die Tat gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA als einen Angriff radikaler Abtreibungsbefürworter. Bereits vor zwei Jahren sei das Gebäude in ähnlicher Weise beschädigt worden (https://www.idea.de/artikel/graffiti-attacke-auf-lebensschutzorganisation). Der aktuelle Sachschaden belaufe sich auf rund 4.000 Euro.
Tiefe Erschütterung
Die Verantwortlichen des Vereins äußerten ihre tiefe Erschütterung über den Vorfall: „Dieser Angriff ist keine Bagatelle.“ Betroffen seien nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Hilfesuchenden, die die Angebote des Hauses in Anspruch nähmen. Die Schwangerschaftskonfliktberatung mache nur einen kleinen Teil der Arbeit von KALEB aus. Rund 95 Prozent der Tätigkeit bestünden aus konkreter Unterstützung für Familien in akuten Notlagen – etwa bei drohenden Stromabschaltungen, defekten Haushaltsgeräten oder bei der Beantragung von Sozialleistungen. Außerdem seien die Ursachen von Schwangerschaftskonflikten vielfältig: „Werden die wirklichen Ursachen in den Fokus genommen und kann hier gezielt und wirksam Hilfe angeboten werden, stellt plötzlich das erwartete Kind oftmals nicht mehr das Problem dar“, heißt es in einer Mitteilung.
Solidarität aus der Bevölkerung
Nach Angaben von KALEB hat es zahlreiche Solidaritätsbekundungen aus der Bevölkerung gegeben. Die Arbeit solle trotz des Anschlags uneingeschränkt fortgesetzt werden. KALEB wurde nach eigenen Angaben 1988 als Lebensrechtsinitiative in der damaligen DDR gegründet. Nach der deutschen Wiedervereinigung entstand daraus ein eingetragener Verein. Heute verfügt KALEB über rund 35 regionale Anlaufstellen. Diese reichen von engagierten Einzelpersonen bis hin zu eigenständigen Regionalvereinen mit einem breiten Angebot für Schwangere und Familien sowie weiteren sozialen Arbeitsfeldern.