21.10.2020

Nigeria: Proteste zeigen Unmut der Bevölkerung

Katholische Bischöfe: "Die Auflösung der Sondereinheit SARS löst nicht die enormen Probleme Nigerias"

Abuja (Fides) - "Die Auflösung der Sondereinheit SARS löst nicht die enormen Probleme Nigerias. Es ist sinnlos ist, die Symptome einer Krankheit zu behandeln, wenn die Grundursache bekannt ist", betonen die nigerianischen Bischöfe in einer Erklärung zu den gewalttätigen Demonstrationen, die das Land nauch nach der angekündigten Auflösung des der Polizeisondereinheit Special Anti-Robbery Squad (SARS) erschüttert. Die Sondereinheit sollte gegen gewalttätige Raubüberfälle zum Einsatz kommen, machte sich aber selbst krimineller Handlungen gegen Bevölkerung verantwortlich. (siehe AKREF 13.10.20)
Nach Ansicht der Bischöfe sind die Vergehen der SARS-Mitglieder ein Beweis für eines viel ernsteres Problem: "Die Skrupellosigkeit und Straffreiheit mit der SARS-Beamte die ganze Zeit über vorgehen konnten, ist Ausdruck des Versagens des Staates in Nigeria".
Am 13. Oktober kündigte der Polizeichef in Nigeria die Bildung einer neuen Polizeisondereinheit namens Special Weapons and Tactics (SWAT) an, die die Aufgaben übernehmen soll, die zuvor die der aufgelösten SARS-Einheit anvertraut worden waren. "Es reicht nicht aus, die aufgelöste Special Anti-Robbery Squad (SARS) in SWAT umzubenennen", so Pfarrer Uchechukwu Obodoechina, Leiter der Abteilung für soziale Angelegenheiten der Nigerianischen Bischofskonferenz. "Die nigerianische Jugend und der Rest der nigerianischen Bürger leiden unter Armut und Krankheit, die durch die Verschlechterung der Infrastruktur, durch kaputte Gesundheitssysteme, durch endemische Unsicherheit und durch eine ungewisse soziale Zukunft verschärft werden", so der katholische Priester. "Der Lebensstandard der meisten durchschnittlichen nigerianischen Familien ist nicht sehr erfreulich", fährt Pfarrer Obodoechina fort, der sich daran erinnert, wie unerträglich Bedingungen wie unerträglich für viele "Hunger und Armut, Banditentum und Unsicherheit, Arbeitslosigkeit und systemische Korruption in den Reihen der Regierung, Menschenrechtsverletzung und Ausschweifung der politischen Klasse" geworden sind.
Die Proteste gegen SARS haben daher zu einem allgemeinen Protest gegen die Verschlechterung der Lebensbedingungen der Mehrheit der Nigerianer und insbesondere der jungen Menschen geführt. "Die nigerianische Jugend ist mit verbitterter Entschlossenheit aus dem Schlaf aufgewacht und forderte nicht nur die Auflösung des berüchtigten Sicherheitseinheiten sondern auch ein sofortiges Programm des sozialen Wandels, das allen Nigerianern ein menschenwürdiges Leben garantieren kann", unterstreicht Pater Dr. Obodoechina.
"Junge Menschen, die protestieren, verdienen es, gehört und sehr ernst genommen zu werden", sagt der Priester und fordert die Regierung auf, die Demonstrationen nicht gewaltsam zu unterdrücken. Stattdessen schlägt er einen Dialogs und die sofortige Schaffung eines Komitees "hochrangiger Staatsvertreter und meinungsbildender Vertretern der Zivilgesellschaft" vor “die mit den Anführern der Proteste verhandeln und einen Ausweg aus der Krise finden”.
(L.M.) (Fides 21/10/2020)