22.02.2021

Indien: Gottesdienstentwurf für Sonntag Reminszere am 28.2.

Ein AKREF-Nachrichtenleser und Aktivist für Religionsfreiheit teilt uns einen Gottesdienstentwurf für den kommenden Sonntag Reminiszere als Anregung für eigene Gottesdienste mit

Themengottesdienst 28. Februar 2021 am Sonntag Reminiszere um 10 Uhr in Neumarkt i.d.OPf.:  „Bedrängte und verfolgte Christen“ mit Fokus auf Indien                                                  

  • Orgelmusik
  • Eröffnung und Begrüßung mit kurzer Information zum Thema und konkret über die christlichen Kirchen in Indien - Pfr. Martin Hermann
  • EG 391,1-2 „Jesu geh voran…“ oder Liedvortrag oder Musiker
  • Sündenbekenntnis – Pfr. Martin Hermann
  • Tagesgebet – Pfr. Martin Hermann
  • Schriftlesung: Apg. 7, 54-60 – Lektor ??
  • Glaubensbekenntnis – Lektor ??
  • EG 644,1-2 „Selig seid ihr…“ oder Liedvortrag oder Musiker
  • Grundinformation über die Christenverfolgung in Indien – Pfr. i.R. Ernst Herbert
  • Orgelmusik
  • Predigt mit Beispielen der Christenverfolgung in Indien: Matthäus 10,16-23 – Pfr. i.R. Ernst Herbert
  • EG 630,1-2 „Fürchtet euch nicht…“ oder Liedvortrag oder Musiker
  • Abkündigungen – Pfr. Martin Hermann
  • Fürbitten – zwei Konfirmanden im Wechsel 
  • Vaterunser und Segen – Pfr. Martin Hermann
  • Orgelmusik

Kollekte: Rechte der Dalits und Frauen „Dalit Empowerment in der Diözese Amritsar“ durch die Evang. Kirche in Hessen-Nassau             

Orgelmusik

Wir beginnen diesen Themen-Gottesdienst über die bedrängten und verfolgten Christen im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Der Herr sei mit euch. Und mit deinem Geist.

Liebe Gemeinde,  die EKD fordert seit mehr als zehn Jahren auf, in dieser Jahreszeit einen Themen- und Gebets-Got-tesdienst für die weltweit bedrängten und verfol-gten Christen durchzuführen. Schon die Urge-meinde in Jerusalem wurde verfolgt. Dass Chris-ten Opfer gezielter Gewalt sind, ist also kein neu-es Phänomen. Obwohl die Religionsfreiheit zu den Menschenrechten gehört, hat sich die Situation christlicher und anderer religiöser Minderheiten nicht nur in Ländern im Nahen Osten weiter ver-schärft, sondern besonders in Asien. Ich nenne dafür als Beispiele nur die schlimmsten Verfolger-Staaten Nordkorea, China, Pakistan und Indien.

 

Für dieses Jahr hat die EKD das vom Hinduismus dominierte Indien ausgesucht, um auf das Schicksal der dort lebenden Christen zu schauen, für sie zu beten und uns für sie einzusetzen. Begonnen hat das Christentum in Indien bereits im ersten Jahrhundert mit der Mission des Apos-tels Thomas. Bis heute gibt es dort die sogenann-ten „Thomas“-Christen, die syrisch-orthodox ge-prägt sind. Die katholische Kirche ist erst 1500 durch portugiesische Missionare entstanden. Die Lutheraner kamen gar erst im 17. Jahrhundert durch den deutschen Missionar Bartholomäus Ziegenbalg. Daneben gibt es seit jüngerer Zeit verschiedene evangelikale Freikirchen und Pfingstgemeinden in verschiedenen Landesteilen. Indien hat wie China 1,4 Milliarden Einwohner. 80 % sind Hindus und nur 2,3 % Christen, die oft aus den untersten Schichten stammen und es schon deshalb besonders schwer haben. Ihr Schicksal werden wir in diesem Gottesdienst noch genauer betrachten.                            

 

EG 391,1-4 „Jesu geh voran…“ oder Liedvortrag oder Musiker

 

Sündenbekenntnis  jeweils gemeinsam „Herr, erbarme dich …“ nach der Bitte sprechen: „Deshalb bitten wir den Herrn um sein Erbarmen“.

Seit vielen Jahren erfahren wir, wie es Christen in den Ländern geht, in denen sie diskriminiert, be-drängt, verfolgt und in manchen Fällen sogar ge-tötet werden. Leider vergessen wir das Gehörte und Gelesene in unserem Alltag. Deshalb bitten wir den Herrn um sein Erbarmen.                                       

Alle: HERR, ERBARME DICH.

Wir haben uns nicht oder viel zu wenig für Chris-ten und Menschen anderen Glaubens eingesetzt, die wegen ihres Glaubens leiden müssen. Wir ha-ben es versäumt, für die zu beten, dass der Herr ihnen in ihrer Not beisteht und nach Möglichkeit daraus befreit. Deshalb bitten wir den Herrn um sein Erbarmen.                                                           

Alle: HERR, ERBARME DICH.

Wir haben über unseren Glauben viel zu selten mit den Menschen neben uns geredet und ihn manchmal gar nicht bekannt, obwohl wir direkt darauf angesprochen worden sind. Wir haben Christus ängstlich verleugnet, weil wir nicht für zu fromm gelten wollten. Deshalb bitten wir den Herrn um sein Erbarmen.                                            

Alle: HERR, ERBARME DICH.

Unser himmlischer Vater hat unsere Bitte um sein Erbarmen gehört und vergibt uns, wenn wir es ehrlich meinen und sagt zu uns: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und werdet meine Zeugen sein! Amen.

                 Wir wollen beten                                

Heiliger und ewiger Gott, du hast den Aposteln Petrus, Johannes und Paulus und dem ersten Märtyrer Stephanus die Kraft gegeben, ich mit ihrem Leben und dann auch noch mit ihrem Tod zu bezeugen. Um die Kraft des Heiligen Geistes bitten wir dich für alle bedrängten und verfolgten Christen. Hilf ihnen in ihrer Not und hilf ihnen durch die Not hindurch. Amen.

 

Als Schriftlesung hören wir aus Apostelgeschichte 7, die Verse 54 bis 60 – sie berichten vom Tod des ersten christlichen Märtyrers Stephanus:

Als sie das hörten, ging’s ihnen durchs Herz und sie knirschten mit den Zähnen über ihn. Er aber, voll Heiligen Geistes, sah auf zum Himmel und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus stehen zur Rechten Gottes und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen. sie schrien aber laut und hielten sich ihre Ohren zu und stürmten einmütig auf ihn ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ihre Kleider ab zu den Füßen eines jungen Mannes, der hieß Saulus, und sie steinigten Stephanus; der rief den Herrn an und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! Er fiel auf die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Und als er das ge-sagt hatte, verschied er.

Ehre sei dir, Herr.                                                      

Alle: Lob sei dir, Christus.

Auf dieses Wort der Schrift antworten wir mit dem Bekenntnis unseres christlichen Glaubens:

Ich glaube an Gott,                                             
den Vater,  den Allmächtigen,                               
den Schöpfer des Himmels und der Erde.         
Und an Jesus Christus,                                           
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,  
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,                     
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,                      
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;  
er sitzt zur Rechten Gottes,    
des allmächtigen Vaters;  
von dort wird er kommen,                                       
zu richten die Lebenden und die Toten.                       
Ich glaube an den Heiligen Geist,                               
die heilige christliche Kirche,                      
Gemeinschaft der Heiligen,                           
Vergebung der Sünden,                               
Auferstehung der Toten                                       
und das ewige Leben.                                      

Amen.

EG 644,1-4 „Selig seid ihr…“ oder Liedvortrag oder Musike

 

Grundinformation über die Christenverfolgung in Indien

Die allermeisten Christen Indiens werden benach-teiligt, bedrängt, oft schlimm diskriminiert oder gar verfolgt und ins Gefängnis gebracht. Der Hauptgrund für diese Behandlung: Eine immer größer werdende Zahl der Hindus betrachtet die Christen als Fremdkörper im eigenen Land, die sie am liebsten ausmerzen möchten. Die Parole dazu heißt: „Ein Inder ist ein Hindu oder er ist kein Inder!“ Wer also kein Hindu ist, soll kein Lebensrecht haben. Seit Ende der 1990er Jahre arbeitet die hindustische Organisation „Vishva Hindu Parisad“ daran, den Widerstand gegen die Christen zu organisieren. So werden vor allem Christen bedroht, gesellschaftlich und von der Wasserversorgung ausgeschlossen. Aus ihrer Heimat vertrieben, junge Christinnen immer zahlreicher vergewaltigt und sogar ermordet, wenn sie nicht gefügig sind. Seitdem im Mai 2019 die „Bharatiya Janata Partei“ mit ihrem Premier-minister Narenda Modi erneut die Wahlen gewon-nen hat, wird die Lage der Christen durch Hass-reden und Gewalttaten immer schwieriger. So wurden 2019 mehr als 300 Christen bei 94 be-kannt gewordenen Überfällen getötet. Meistens sind es die lokalen Dorfbewohner, die Christen verprügeln, Gottesdienste und kirchlichen Unter-richt stören, Kirchen niederbrennen und christ-liche Friedhöfe schänden. Bisher war es den Hin-du-Extremisten möglich, ihre Gräueltaten straffrei zu verüben, was sie ermuntert, ihre Gewalt gegen die Christen noch zu intensivieren.

Orgelmusik

 

Predigt mit Beispielen über die Christenverfolgung in Indien über Matthäus 10,16-23

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

Hören wir als Predigttext einen Abschnitt aus dem Matthäus-Evangelium im 10. Kapitel, die Verse 16-26:

Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben. Hütet euch aber vor den Menschen; denn sie werden euch den Gerich-ten überantworten und werden euch geißeln in ihren Synagogen. Und man wird euch vor Statthalter und Könige führen um meinetwillen, ihnen und den Heiden zum Zeugnis. Wenn sie euch nun überantworten werden, so sorgt nicht, wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch zur Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet. Es wird aber ein Bruder den andern zum Tod überantworten und der Vater das Kind, und die Kindern werden sich empören gegen ihre Eltern und werden sie zu Tode bringen. Und ihr werdet gehasst werden von jedermann um meines Na-mens willen. Wer aber bis an das Ende beharrt, der wird selig. Wenn sie euch aber in einer Stadt verfolgen, so flieht in eine andere. Wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet mit den Städten Israels nicht zu Ende kommen, bis der Menschensohn kommt.

Herr, schenk uns deinen Heiligen Geist zum Reden und zum Hören deines Wortes. Amen.

Liebe Gemeinde,                                                            

diese Aussendungsrede Jesu macht deutlich, dass Christinnen und Christen aller Zeiten mit ihrem Glaubenszeugnis nicht nur auf Zustimmung, son-dern auch auf entschiedene Ablehnung stoßen werden – so also auch in Indien. Dieser Verkün-digungsauftrag bringt Christen immer wieder neu in große Nöte und manchmal sogar in Lebensge-fahr, denn Jesus hat es seinen Jüngern angekün-digt: Siehe, ich sende euch wie Schafe mit-ten unter die Wölfe. Was hungrige Wölfe mit Schafen machen, ist bekannt! Immer wieder sind deshalb einzelne Christen oder ganze Kirchengemeinden mit ihrem Glaubenszeugnis zeitweise wie wehrlose Schafe reißenden Wölfen auch in Indien ausgeliefert.                                                                          

Direkt nach der Steinigung des Stephanus, dem ersten christlichen Märtyrer, wurden die ersten Christen von jüdischen Suchkommandos wie Ver-brecher gejagt. Die erste Christenverfolgung ging also von den Anhängern einer anderen Religion aus – nämlich von den Juden, die die Christen als eine gefährliche und deshalb zu bekämpfende Sekte gehalten haben. Dass eine Religion, die sich für die allein wahre hält, Anhänger einer an-deren Religion verfolgt, das gibt es bis heute. In Pakistan machen radikale Muslime der christlichen Minderheit das Leben zur Hölle. So wollen radikale Hindus aus Indien einen reinen Hindu-Staat errichten, in dem kein Platz mehr ist für Christen, Muslime und Buddhisten. In Indien gibt es jedoch auch einige Bundesstaaten, in denen die Christen auch in der Hindu-Bevölkerung sehr geachtet sind – einerseits wegen der sehr guten kirchlichen Schulen und Krankenhäuser, die auch für Hindus offen sind und andererseits wegen der diakonischen Arbeit unter den Ärmsten der Armen, um die sich der indische Staat nicht kümmert. Während der Corona-Pandemie wurden von der ärztlichen Versorgung Christen ausgeschlossen, die vor ihrer Taufe Hindus gewesen sind.

Bis heute kommt es immer häufiger vor wie damals bei Stephanus, dass Christinnen der Prozess aufgrund falscher Zeugenaussagen gemacht wird und sie zu hohen Geld- oder zu langjährigen Haftstrafen verurteilt werden – ohne die Chance auf die Revision eines solchen Fehlurteils.Es gibt auch aus Indien immer Berichte von fälschlich verurteilten Christen, die sich in ihrer Treue zu Jesus Christus auch im Gefängnis nicht abbringen lassen. In der Haft beten sie für die Gefängnis-beamten, von denen sie manchmal grausam schikaniert werden.

 

Liebe Gemeinde,                                                       

Jesus prophezeite seinen Jüngern und durch alle Zeiten hindurch letztlich auch uns, die wir von Verfolgung verschont geblieben sind: Sie werden euch den Gerichten überantworten und sie werden euch geißeln. So ist es nicht nur im schiitischen Iran, in dem alle Bürger dem Islam als Staatsreligion angehören müssen. Wenn ein Iraner, der in den Islam hineingeboren worden ist, den Islam verlässt und katholischer, evangelischer oder freikirchlicher Christ wird, dann kann er nicht nur zu mehrjährigen Gefängnisstrafen wegen angeblicher Gefährdung der inneren Sicherheit, sondern auch zum Tod verurteilt wer-den. Etwas abgewandelt geschieht dies auch in Indien, wenn ein Hindu Christ wird und sich taufen lässt oder gar noch seinen neuen Glauben nicht nur in seiner Familie, sondern auch unter Kollegen und Freunden verkündigt, dann erlebt er zuerst ganz starke Anfeindungen durch seine eigene Familie, die es als ihre unbedingte Pflicht betrachtet, den Sohn oder die Tochter mit allen Mitteln wieder zur Rückkehr zum Hinduismus zu bewegen. Gelingt dies nicht, wird dieses zum christlichen Glauben konvertierte Familienmitglied aus der Familie ausgeschlossen. Keiner hilft ihm oder ihr mehr, wenn er bzw. sie in Not gerät oder schwer krank geworden und ganz dringend Hilfe braucht.                                                                         

Jesus hat seinen Jüngern ebenfalls angekündigt: Es wird aber ein Bruder den anderen dem Tod überantworten und der Vater das Kind… In muslimischen Ländern wie Afghanistan oder dem Sudan wird genau dies noch praktiziert. Konvertiert ein Afghane zum Christentum, dann müssen seine Angehörigen ihn wegen Beleidigung des Islam anzeigen. Wer im hinduistischen Indien als Hindu Christ wird, wird von allen geächtet – allen voran von der eigenen Familie.

Obwohl im modernen Indien seit Mahatma Ghandi offiziell das Kastenwesen abgeschafft worden ist, das die indische Bevölkerung in „Reine“ und „Unreine“ einteilt, gibt es nach wie vor die sogenannten „Unberührbaren“, die meist als „Dalits“ be-zeichnet werden. Diese „Unberührbaren“ dürfen von Haus aus nur sogenannt „unreine Berufe“ wie den Müllkutscher ausübe. Die rund 240 Millionen „Dalits“ erleben den christlichen Glauben verständlicherweise besonders attraktiv, denn Christen, die sich als Kinder Gottes verstehen dürfen, sind als Glaubensgeschwister in der Regel gleich-gestellt und gleich geachtet. Deshalb lassen sich immer mehr Dalits taufen, die jetzt die christliche Gemeinschaft als Ort der Wertschätzung und der konkreten Hilfe erleben, wo Hilfe gebraucht wird. Wegen ihren Glaubenswechsel vom Hinduismus zum Christentum werden sie von der eigenen Familie abgelehnt und von den meisten Mitbürgern angegriffen, belästigt und immer häufiger auch getötet, ohne dass die Täter von der Justiz zur Rechenschaft gezogen werden. Jetzt hat, um die Lage der Christen landesweit zu erschweren, die hinduistische Zentral-Regierung, die das rasche Wachstum der christlichen Kirchen verhindern will, hat ein neues Gesetz erlassen, um den Druck auf die Christen zu erhöhen. Dieses neue Gesetz sieht vor, dass die christlichen Kirchen und ihre Werke in der Regel keine für sie lebenswichtigen Spenden mehr aus dem Ausland an-nehmen dürfen, auf die sie jedoch zur Erfüllung ihrer Aufgaben total angewiesen sind.

Liebe Gemeinde,                                                         

Jesus hat zur Verfolgung seiner Jünger nicht ge-sagt, dass sie sich jederzeit dem Schicksal der Verfolgung fügen müssen, denn Jesus forderte nicht nur die Leidensbereitschaft, sondern er sagte ihnen auch: Wenn sie euch in einer Stadt verfolgen, so flieht in eine andere. So ist Paulus auf seiner ersten Missionsreise vor seinen Verfolgern nach Lystra und Derbe geflohen, um dann dort das Evangelium zu predigen. Verfolgung kann also dazu führen, dass man dort weggeht, um wie Paulus andernorts das Evangelium zu bezeugen. Vor dieser Entscheidung „flüchten oder standhalten“ stehen auch die indischen Christen, wenn in ihrer Heimat ihr Leben  ganz massiv bedroht ist. Ins Ausland zu fliehen, wie es irakische und syrischen oder afrikanische Christen getan haben und tun, ist ihnen nicht möglich. Sie müssen sich im eigenen Land irgendwo verstecken.

Liebe Gemeinde,                                                           

Jesus sagte damals nicht nur: Ihr werdet gehasst werden von jedermann um meines Namens willen, sondern er fuhr fort: Wer aber beharrt bis an das Ende, der wird selig. Während der größte Teil der Weltchristenheit we-der diskriminiert noch verfolgt wird, gilt jedoch für die tatsächlich verfolgten in Indien, was Paulus den oft angefeindeten Christen in Korinth sehr tröstlich geschrieben hat: Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir wer-den nicht verlassen. Wir werden unter-drückt, aber wir kommen nicht um. Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserem Leibe, auf dass auch das Leben Jesu an unserem Leibe offenbar werde (2. Kor. 4,8-10).  Diese Erfahrung machen viele bedrängte und verfolgte Christen weltweit, denn Gott hält seine Versprechen – damit auch den Christen in Indien wie auch uns gegenüber, wenn wir seine Zeugen sind. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne und stärke uns zum Zeugnis unseres Glaubens an unseren Herrn und Erlöser Jesus Christus. Amen.

 

EG 630, 1-2 „Fürchtet euch nicht nicht…“ oder Liedvortrag oder Musike

 

Abkündigungen

Fürbitten                                                        

Jede Fürbitte endet mit den Worten Gott unser Vater und als Gemeinde antworten wir darauf gemeinsam mit Wir bitten dich, erhöre uns.

Sprecher 1: Wir bitten dich Herr für alle Christen, die wegen ihres Glaubens bedrängt und verfolgt werden. Besonders denken wir an die Christen in Indien, aber auch in Pakistan, China, Nordkorea, im Irak, Syrien, Äthiopien und Nigeria. Stärke ihren Glauben, damit sie das Vertrauen nicht verlieren, dass du sie auch in der Not führst und be-wahrst. Gott, unser Vater.                                              

Alle: WIR BITTEN DICH, ERHÖRE UNS.

Sprecher 2: Wir bitten Gott für die vielen Christen in Indien, die aus ihren Städten und Dörfern vor ihren Hindu-Herkunftsfamilien flüchten mussten. Lasse sie bei ihrer Flucht andere Christen finden, die ihnen beistehen und die ihnen helfen, unter- und zurechtzukommen. Und wo sie weiter auf Ablehnung stoßen, dann gebe ihnen Glaubensgeschwister, die sie schützen können. Gott, unser Vater.

Alle: WIR BITTEN DICH, ERHÖRE UNS!

Sprecher 1: Wir bitten dich, Herr, für die Verfolg-ten, die Angehörige verloren haben, dass sie nicht verzweifeln, sondern helfenden Trost und eine sie bergende Gemeinschaft finden. Zeige ihnen, wie es mit ihnen trotzdem weitergehen kann. Gib ihren Priester, Pastoren und Gemeindeleitern die Kraft deines Heiligen Geistes zur voll-mächtigen Seelsorge. Gott, unser Vater.                     

Alle: WIR BITTEN DICH, ERHÖRE UNS.

Sprecher 2: Wir bitten dich, Herr, für die Regierenden in allen Verfolgerländern, dass sie die Ge-walt über ihre diskriminierten religiösen Minderheiten beenden, damit ihr ganzes Volk endlich ein Leben in Gerechtigkeit und Frieden führen kann. Wir bitten dich besonders, dass Indien durch die Gewährleistung der Religionsfreiheit für wirklich alle Bürger unterschiedlichen Glaubens sich den Namen „größte Demokratie der Welt“ endlich verdient. Gott, unser Vater.                                                

Alle: WIR BITTEN DICH, ERHÖRE UNS.                                                                           

 

Alles, was uns sonst noch bewegt, legen wir jetzt hinein in das Gebet, das Du uns gelehrt hast:

Vater unser im Himmel.                                     

Geheiligt werde dein Name.                                                

Dein Reich komme.                                           

 Dein Wille geschehe,                                                

wie im Himmel, so auf Erden.                        

Unser tägliches Brot gib uns heute.                     

Und vergib uns unsere Schuld,                              

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,                     

sondern erlöse uns von dem Bösen.                   

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Stellen wir uns heute für die vor uns liegende Zeit unter Gottes Segen:

Der Herr segne euch und behüte euch.                

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch + Frieden. Amen.

Orgelmusik

K o l l e k t e n – W a h l

Rechte der Dalits und Frauen: Dalit Em-powerment in der Diözese Amritsar Förderverein Amritsar Volksbank Mittelhessen – IBAN: DE62 5139 0000 0061 2367 08 Stichwort: „Dalit Empowerment in der Diözese Amritsar“

Verfasser: Ernst Herbert, Pfr. i.R. – Badstraße 17 b, 92318 Neumarkt – Tel. 09181/254162 – eg.herbert@t-online.de