22.06.2020

Deutschland: Einbrüche, Diebstähle und Vandalismus in Bayern rückläufig

idea-Umfrage: Polizeibehörden melden rückläufige Zahlen an Straftaten

Wetzlar (idea) – Opferstockaufbrüche, Schmierereien an Kirchenfassaden, eingeworfene Fenster, abgeschlagene Holzkreuze oder Gebetsbücher als Toilettenpapierersatz: Insgesamt 501 Straftaten in und an Kirchengebäuden verzeichnete die bayerische Polizei im Jahr 2019. Das sind 34 Prozent weniger als im Jahr zuvor mit 757 Fällen. Das ist das Ergebnis einer bayernweiten Umfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea unter den zehn Polizeipräsidien. Das Dunkelfeld könnte nach Angaben der Behörden höher liegen. Nicht immer würden Diebstähle oder Sachbeschädigungen angezeigt. Die durchschnittliche Aufklärungsquote im Freistaat lag 2019 mit 29 Prozent genau so hoch wie im Jahr 2018.

Nur in München mehr Straftaten

Mit Ausnahme von München meldeten die Polizeibehörden bei Delikten wie Einbruch, Diebstahl und Sachbeschädigung in und an Kirchen im Jahr 2019 rückläufige Fallzahlen. Sie lagen im Vergleich zu 2018 zwischen 13 und 59 Prozent niedriger. Nur in der Stadt und dem Landkreis München stiegen die Straftaten von 71 auf 90 Fälle (+ 27 Prozent). In Niederbayern (Polizeipräsidium Straubing) gab es die meisten Vorfälle im Freistaat. Mit 108 waren es dennoch 36 Prozent weniger als im Vorjahr mit 170. In Oberbayern-Nord (Ingolstadt) und -Süd (Rosenheim) kam es mit insgesamt 25 zu rund einem Viertel weniger Straftaten (2018: 33). Rückläufige Fallzahlen meldeten auch die Behörden in Schwaben-Süd/West (Kempten) und Schwaben-Nord (Augsburg): Von insgesamt 153 sank die Zahl auf 92 (- 40 Prozent). Das Polizeipräsidium Unterfranken (Würzburg) verzeichnete mit 14 statt 16 Fällen ein Minus von 13 Prozent. In Oberfranken (Bayreuth) gingen die Taten um 21 Prozent auf 19 zurück. Im Jahr 2018 kam es dort zu 24 Fällen. In Bamberg konnten sieben Sachbeschädigungen allein einem Beschuldigten zugeordnet werden, teilte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, Alexander Czech, idea mit. In der Oberpfalz (Regensburg) trieb 2018 eine mittlerweile aufgeklärte Serie von 124 Opferstockaufbrüchen die Fallzahl auf 196 in die Höhe (2017: 70). Im vorigen Jahr sank sie um 59 Prozent auf 80. In Mittelfranken kann der Pressesprecher des Polizeipräsidiums in Nürnberg, Stefan Bauer, in den vergangenen Jahren eine Tendenz oder Steigerung der Deliktzahlen nicht feststellen. Ihm zufolge schwankt die Zahl „ohne erkennbares Muster“. 2019 gab es in Mittelfranken 73 Diebstähle, Einbrüche oder Sachbeschädigungen. Ein Fünftel weniger als im Vorjahr mit 94 Taten.

Motivlage unklar 

Während Graffiti mit Hass-Parolen gegen Kirchen oder das Christentum auf ein religiös-motiviertes oder ideologisches Tatmotiv hindeuten und statistisch gesondert erfasst würden, seien die Hintergründe bei Kirchenvandalismus häufig nicht bekannt und mutmaßlich, berichten Polizeibehörden gegenüber idea. Verdächtige müssten ihre Motive nicht angeben und könnten zur Tat schweigen. Erfahrungsgemäß spielten Geltungsdrang etwa bei Jugendlichen, Alkohol oder Langeweile eine Rolle. Auch die Aufklärung sei schwierig, so der Pressesprecher im Polizeipräsidium Oberbayern-Süd, Alexander Huber (Rosenheim), gegenüber idea. „Oft gibt es keine Zeugen oder keine Videoüberwachung.“ In seinem Dienstbereich liegt die Aufklärungsquote bei 19 Prozent.