23.06.2020

Ägypten: Intervention in Libyen

Koptisch orthodoxes Patriarchat und evangelische Kirche unterstützen al Sisi

Kairo (Fides) - Die koptisch-orthodoxe Kirche war in allen schwierigen Phasen ihrer Geschichte immer an der Seite der ägyptischen Bürger und unterstützt nun die politischen und militärischen Behörden des Landes, indem sie "alle Maßnahmen unterstützt, die zum Schutz unsere Grenzen und der nationale Sicherheit beitragen", während der unumstrittene ägyptische Wille gewürdigt wird, den" diplomatischen Pfaden folgen zu wollen, um legitimen Rechte zu schützen”. Dies betont das koptisch-orthodoxen Patriarchat gegenüber dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al Sisi, während ein direkter militärische Konflikt im Kontext des in Libyen herrschenden Bürgerkriegs zwischen den Truppen der Regierung von Tripolis und den Milizen unter der Führung von General Haftar und dem "Parlament von Tobruk" möglich scheint.
In den letzten Wochen hat die von Fayez al Sarraj geführte und von der internationalen Gemeinschaft als legitim anerkannte Regierung von Tripolis mit Hilfe der Türkei gegen den von Ägypten unterstützten General Haftar verschiedene Stellungen. Angesichts dieses Szenarios erklärte al-Sisi, am vergangenen 20. Juni, er sei nun bereit, seine Truopen in Kyrenaika einzusetzen, um das Gebiet Sirte vor türkischem Einfluss zu schützen. Bei einem Besuch bei den Soldaten der Militärbasis Sidi Barrani, etwa 100 km von der Grenze zu Libyen entfernt, sagte der ägyptische Präsident, die Truppen seines Landes müssten sich darauf vorbereiten, "jede Mission innerhalb unserer Grenzen oder, falls erforderlich auch außerhalb durchzuführen". Al Sisi betonte auch, dass jede ägyptische militärische Intervention auf libyschem Gebiet - die nach Ansicht vieler Analysten dazu bestimmt ist, die Stabilität des gesamten Mittelmeerraums zu untergraben - "legitim und im Einklang mit den Resolutionen des Sicherheitsrates UN stattfindet". Mit einer gestern vom koptisch-orthodoxen Patriarchat herausgegebenen Pressemitteilung schließt die koptische Kirche sich vorbehaltlos der Linie an, die der Präsident al Sisi vertritt, und würdigte das "Opferbereitschaft und Heldentum" der ägyptischen Streitkräfte.
Ähnliche Unterstützungsbekundungen für die politische Führung Ägyptens, die sich derzeit auf einem Kollisionskurs mit Erdogan befindet, wurden von der ägyptischen evangelischen Gemeinschaft unter der Leitung von Andrea Zaki zum Ausdruck gebracht. "Lasst uns zu Gott beten", heißt es in der von der evangelisch-koptischen Kirche, "damit er die ägyptische Nation vor allen Übeln schützen möge, und die historischen Rechte des ägyptischen Volkes gegenüber denen verteidigt werden, die die Souveränität und die Grundlagen des ägyptischen Staates bedrohen." Uneingeschränkte Unterstützung für die ägyptische Regierung und die Streitkräfte wurden auch vom “Haus der ägyptischen Familie” zum Ausdruck gebracht, einem interreligiösen Gremium, das vor einigen Jahren eingerichtet wurde, um sektiererische Konflikte zu verhindern.
(GV) (Fides 23/6/2020)