25.06.2020

Deutschland: Weibliche Genitalverstümmelung: 68.000 Betroffene

Ministerin Giffey spricht von einer furchtbaren Menschenrechtsverletzung

Berlin (idea) – Immer mehr Mädchen und Frauen in Deutschland werden Opfer von Genitalverstümmelung. Das gab die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Franziska Giffey (SPD), bei der Vorstellung einer neuen Untersuchung am 25. Juni in Berlin bekannt. Die Zahl der Betroffenen ist demnach auf knapp 68.000 gestiegen. Im Vergleich zu im Februar 2017 veröffentlichten Zahlen sei das ein Anstieg von 44 Prozent. Giffey nannte Genitalverstümmelungen eine „archaische, furchtbare Menschenrechtsverletzung“, die schwerwiegende körperliche und psychische Schäden verursache. Nach ihren Worten handelt es sich um eine Straftat. Das schließe auch eine im Ausland vorgenommene Verstümmelung mit ein. Dem Bericht zufolge stammen die meisten betroffenen Frauen aus Eritrea, Somalia, Indonesien, Ägypten und Nigeria. Der Grund für den Anstieg sei die vermehrte Zuwanderung aus diesen Staaten. Laut Giffey ist davon auszugehen, dass die tatsächlichen Zahlen noch höher liegen, da etwa Frauen mit einem deutschen Pass oder ohne gültige Papiere in der Untersuchung nicht erfasst wurden.