25.08.2020

Afrika: Die Lebensbedingungen verbessern

Prinz Asserate: Zusammenarbeit mit Kleptokraten beenden

Berlin/Frankfurt am Main (idea) – Um eine Massenflucht aus Afrika zu beenden, muss Europa die Lebensbedingungen der Menschen dort verbessern und die Zusammenarbeit mit jenen Politikern beenden, die „die Menschenrechte mit Füßen treten“. Das schreibt der Unternehmensberater für Afrika und den Nahen Osten, der Bestsellerautor Prinz Asfa-Wossen Asserate (Frankfurt am Main), am 19. August in einem Gastkommentar für das Magazin „Focus-Online“ (Berlin). Der aus Äthiopien stammende Christ ist Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers. Seiner Einschätzung zufolge sehen zunehmend mehr Afrikaner keine Zukunft in ihrer Heimat, „weil sie dort nicht mehr leben können oder weil sie aus Angst vor Verfolgung nicht in der Lage sind, frei zu atmen“.

Entwicklungshilfe hat Menschen in Not nicht erreicht

Nach den Worten von Asserate sollte sich Europa nicht der Illusion hingeben, dass die Völkerwanderung durch Patrouillen auf See, durch Zäune oder Mauern auf Dauer aufgehalten werden kann. Europa müsse seine Afrikapolitik der letzten 60 Jahre infrage stellen. Asserate: „Milliarden an Entwicklungshilfegeldern sind in den letzten Jahrzehnten in den schwarzen Kontinent geflossen. Aber die Lebenssituation der Menschen hat sich kaum gebessert.“ Die Gelder hätten oft nicht diejenigen erreicht, für die sie bestimmt waren: „In den Händen der herrschenden Kleptokraten (Herrschaftsform mit unbegrenzter oder starker Verfügungsgewalt über Besitztümer, Anm. d. Red.) wird das Geld zum Instrument des Machterhalts und liefert das Schmiermittel für die grassierende Korruption.“

Politische Eliten wollen keine Veränderung

Nach Einschätzung Asserates sind die politischen Eliten in den meisten Ländern an Veränderungen nicht interessiert: „Das Wohl ihrer Landsleute ist ihnen gleichgültig.“ Doch Regierungen, die das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit missachteten, verdienten keine Unterstützung. Aktuell nutzten zahlreiche afrikanische Staatsführer auch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie als Gelegenheit, ihre Macht weiter zu sichern: „Es zeichnet sich ab, dass die wirtschaftlichen und politischen Folgen für die Menschen in Afrika verheerend sein werden.“