26.07.2020

Frankreich: 39-Jähriger gesteht Brandstiftung

In der Kathedrale von Nantes war am 18. Juli an drei unterschiedlichen Stellen Feuer ausgebrochen

Nantes (idea) – In Frankreich hat ein 39-Jähriger gestanden, das Feuer in der Kathedrale von Nantes gelegt zu haben. Der aus Ruanda stammende Flüchtling befindet sich laut der Zeitung „Presse Ocean“ nun in Untersuchungshaft.

Anwalt Quentin Chabert sagte der Zeitung, dass sein Mandant die Tat zutiefst bedaure und dass das Geständnis für ihn eine Befreiung sei. Er sei von Gewissensbissen geplagt. Bei dem am 18. Juli an drei unterschiedlichen Stellen ausgebrochenen Feuer waren in der Sankt-Peter-und-Paul-Kathedrale die Orgel aus dem 17. Jahrhundert sowie ein Fassadenfenster aus dem 15. Jahrhundert zerstört worden.

Der 39-Jährige war bereits kurz nach dem Ausbruch des Feuers verhört worden, dann aber am 19. Juli wieder freigelassen worden. Er war am Vorabend des Brandes für die Schließung der Kathedrale verantwortlich. Er soll seit vier Jahren ehrenamtlich für die Diözese arbeiten.

Was die Hintergründe für die Tat sein könnten

Laut Staatsanwalt Pierre Sennès wurde der Mann am 25. Juli in seinem Haus in Nantes erneut verhaftet und befragt. Bei dem Verhör habe er die Tat gestanden. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Mann laut Staatsanwaltschaft zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe in Höhe von 150.000 Euro. Der 39-Jährige ist nicht vorbestraft.

Er wurde laut der Nachrichtenagentur AFP seit seiner Ankunft in Frankreich von der katholischen Gemeinde in Nantes versorgt und erhielt eine Unterkunft. Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zufolge soll der Hintergrund für die Straftat die Tatsache gewesen sein, dass seine Aufenthaltsgenehmigung nicht verlängert worden war.