28.06.2020

Indien: Brandstifter verbrannten Kirche

Brandstifter verbrannten eine Kirche im ländlichen Vayalur

Der sehbehinderte Pastor, der die Real Peace Gospel Church im ländlichen Vayalur leitet, sagte: „Wir verdächtigen niemanden im Besonderen. Menschen aller Glaubensrichtungen kommen hierher, um zu beten. Vielleicht hat es jemand aus Neid getan, aber wir vergeben ihm“.

Die Polizei untersucht den Brand, der das vor zehn Jahren errichtete Strohdach der Kirche zerstörte und das Gebäude völlig ausbrannte. In den Ruinen waren die verkohlten Überreste von einer Trommel, Mikrofonen und einem Tisch zu sehen.

Seit Beginn der landesweiten Coronavirus-Ausgangssperre im März wurden in der Kirche keine Gottesdienste abgehalten. Pastor Ramesh sagte: „Es kann kein elektrischer Kurzschluss gewesen sein. Wir verwenden während des Gottesdienstes nur wiederaufladbare Batterien und nehmen sie wieder mit“. Das Gebäude war nicht an das Stromnetz angeschlossen.

Sajan K. George, Präsident des Global Council of Christians of India (GCCI), hält das Feuer für einen Brandanschlag und fügte hinzu, dass Extremisten trotz der Ausgangssperre weiterhin Angst unter den Christen in der indischen Hindu-Mehrheit schüren. „Wir sind beunruhigt über diesen Angriff, während sich die Regierung mit der Pandemie-Krise auseinandersetzt“, sagte er.

„Indien ist eine säkulare Demokratie, und Christen sind für niemanden eine Bedrohung. Nur 2,3 Prozent der Bevölkerung sind Christen, Tendenz fallend. Trotzdem greifen radikale Gruppen weiterhin Christen an, schüchtern sie ein und verbrennen ihre Kirchen“, fügte der christliche Führer hinzu.

Im Mai berichtete die ADF (Alliance Defending Freedom India Trust  - Allianz zur Verteidigung der Freiheit in Indien), dass mindestens drei christliche Familien im indischen Bundesstaat Chhattisgarh von religiösen Extremisten daran gehindert worden seien, ihre Angehörigen zu begraben. Verfolgung und Gewalttaten gegen Gläubige gingen auch während der Corona-Ausgangssperre weiter.

ADF-Anwälte sagten, sie hätten auch Berichte über sechs Vorfälle gezielter Gewalt gegen Christen im Bundesstaat Chhattisgarh und drei Vorfälle antichristlicher Gewalt im Bundesstaat Jharkhand im April erhalten. Im Nachbarstaat Odisha (ehemals Orissa) wurde im Juni ein 14-jähriger christlicher Junge in seinem Dorf im Bezirk Malkangiri von örtlichen Extremisten gefoltert und ermordet.

Nach Angaben der Evangelical Fellowship of India (EFI) stieg die Zahl der registrierten Vorfälle von Gewalt und Hassverbrechen gegen Christen im Jahr 2019 auf 366 Vorfälle an, gegenüber 325 im Vorjahr. Der EFI-Jahresbericht, der im März veröffentlicht wurde, enthüllte, dass der Bundesstaat Tamil Nadu im Jahr 2019 mit 60 Angriffen die zweithöchste Anzahl von Angriffen auf Christen aufwies, hinter dem Bundesstaat Uttar Pradesh, der 86 Angriffe verzeichnete.

Quelle: Aus Kontakten des Barnabas Fund und anderen Quellen übersetzt für AKREF