28.09.2020

Weltweit: Als Fachkräfte in Länder mit eingeschränkter Religionsfreiheit gehen

Vom Herbstmissionsfest der DMG: Evangelium in alltäglichen Beziehungen weitergeben

Sinsheim (idea) – Christliche Fachkräfte haben auch in Ländern, in denen Mission verboten ist, die Chance, von ihrem Glauben zu erzählen. Darauf wurde auf dem Herbstmissionsfest des Missions- und Hilfswerks DMG interpersonal (früher: Deutsche Missionsgemeinschaft) am 27. September in Sinsheim (Nordbaden) hingewiesen. Aufgrund der Corona-Krise musste das Fest in kleinerem Rahmen als sonst üblich stattfinden: Rund 220 erwachsene Besucher und 80 Kinder nahmen teil. Ein Referent, der im Ausland tätig ist und dessen Name aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden darf, berichtete, dass Missionare in manchen Ländern mit eingeschränkter Religionsfreiheit unerwünscht seien und keine Aufenthaltsgenehmigungen erhielten. Dennoch sei es möglich, als Christ dort zu leben. „Viele Staaten, die keine christliche Mission zulassen, benötigen dringend Fachkräfte. Das ist unsere Gelegenheit“, so der Redner. Auch in abgeschotteten islamischen, buddhistischen oder kommunistischen Ländern dürften Christen arbeiten oder studieren, zum Beispiel in der Wirtschaft, in sozialen Projekten oder der Entwicklungshilfe. Kontakte mit den Menschen vor Ort ergäben sich dabei zwangsläufig, und dadurch lasse sich die Botschaft Jesu in alltäglichen Beziehungen verbreiten.

Missionsleiter: Nichtchristen hören meist zuerst von Christen vom Evangelium

Wie der Missionsdirektor der DMG, Pfarrer Günther Beck, sagte, erfahren die meisten Nichtchristen zuerst über den Kontakt mit Christen vom Evangelium und dass Gott Gemeinschaft mit den Menschen wolle. Darin liegt eine wertvolle missionarische Chance. Um den christlichen Glauben vorzuleben, brauche man „keine Heldenchristen und auch keine Heldenmissionare“, sondern Menschen, die in Gott verwurzelt seien.

Auch Missionare dürfen über Leid klagen

Die christliche Psychologin Gisela Roth sagte, dass auch Christen und Missionare sich mit ihren Klagen an Gott wenden sollten. Sie betreut in Nairobi (Kenia) Missionare aus ganz Afrika und hat erlebt, dass viele Missionare sich nicht trauten, über eigene Nöte zu sprechen. Als „politisch korrekt“ gelte eine Haltung, die das eigene Leid mit dem Verweis auf diejenigen, denen es noch schlechter gehe, relativiere. Allerdings bedeute das nicht, dass über eigenes Leid nicht geklagt werden dürfe, auch wenn sich bei der großen Zahl an Menschen auf der Welt wahrscheinlich immer jemand finden werde, dessen Situation noch unangenehmer sei. Ein ganzes Buch der Bibel widme sich den Klageliedern des Propheten Jeremia. Roth rief deshalb dazu auf, Gott auch die eigenen Leiderfahrungen anzuvertrauen. Die DMG ist mit mehr als 400 Mitarbeitern in kirchlichen und sozialen Projekten in 80 Ländern sowie 105 Partnerwerken eine der größten evangelischen Missionsorganisationen in Deutschland.