28.10.2020

Golfregion: Gewalt gegen junge Christinnen ist alltäglich

Zwangsehen, Vergewaltigungen, Entführungen – betroffenen Familien bleibt oft nur die Flucht

(Open Doors Gebetsmail – 28.10.2020Doors, Kelkheim) – Maria* war auf dem Weg zu der Fabrik, in der sie täglich ihrer Arbeit nachging. Plötzlich tauchten drei bewaffnete Männer vor ihr auf. Sie richteten ihre Gewehre auf sie und zwangen sie in ein Auto. Drei Tage später sahen Marias Eltern ihre Tochter.


Junge Frauen als Zielscheibe

Kaum etwas trifft die christliche Gemeinschaft in der Golfregion so sehr, wie der Angriff auf ihre jungen Frauen. In vielen islamischen Ländern verkörpern sie die Reinheit und Ehre der Familie. Wird ihnen Gewalt angetan, verstärkt dies oft bei der ganzen Familie das Gefühl von Wertlosigkeit und Ohnmacht. In manchen Regionen haben islamische Extremisten ein Umfeld geschaffen, in dem Frauen und Mädchen regelmäßig zur Zielscheibe von Vergewaltigern, Entführern und sogenannten „Loverboys“ werden. In Zeiten der Pandemie sind sie sogar noch schutzloser. Die Geschichte von Maria ist eine von Tausenden.

„Sie wurden zum Schweigen gebracht“

Im Gerichtssaal sagt Maria dem Richter, sie sei zum Islam konvertiert. Aus freien Stücken. Bald darauf verlässt sie den Gerichtssaal an der Seite derselben Männer, die sie kurz zuvor entführt haben. Schon bald wird sie einen von ihnen heiraten und seine Frau werden – genauer: seine Zweitfrau. Hana*, eine Partnerin von Open Doors, hat der Familie Hilfe angeboten, doch sie weiß:„Im Moment können wir nicht viel tun. Wir können für sie beten. Es gibt keine rechtlichen Möglichkeiten, denn Maria hat unter Eid erklärt, dass sie zum Islam konvertiert ist und dass sie glücklich ist, mit diesem muslimischen Mann verheiratet zu sein.“ Die Eltern könnten zwar gegen die Entscheidung des Richters Berufung einlegen, aber sie werden es nicht tun. Hana pausiert und ergänzt dann: „Sie wurden zum Schweigen gebracht.“

Hana berichtet, wie sie und andere Partner von Open Doors betroffenen Familien helfen: „Wenn wir mit den Familien in Kontakt kommen, können wir mit ihnen beten, ihnen Gottes Wort und Rat weitergeben. Wir können ihnen nicht den Schmerz und die Traurigkeit nehmen, aber wenn sie ihr Vertrauen auf den Herrn setzen, können unsere Brüder und Schwestern wieder ein Gefühl der Kontrolle gewinnen.“

Viele Christen in der Region wissen kaum etwas über ihren Glauben. Ihr Gottesbild ist geprägt durch die allgegenwärtige islamische Lehre, so dass ihnen der Charakter ihres himmlischen Vaters fremd ist. „Durch unsere Gemeinschaft und Lehre lernen sie den Gott kennen, zu dem sie beten“, sagt Hana.

Gestärkt durch Gebet

Kurz vor der Veröffentlichung dieser Nachricht gelang Maria die Flucht. Inzwischen ist sie mit ihrer ganzen Familie untergetaucht. Maria beteuert, dass sie nie aus eigenem Antrieb zum Islam konvertiert ist, sondern von den Entführern gezwungen wurde. Hana: „Einige christliche Familien kümmern sich um Maria und ihre Familie; sie schützen ihre Identität und ihren Aufenthaltsort. […] Wir müssen für sie beten!“ Und im Blick auf die Christen in der „freien“ Welt ergänzt sie: „Es sind eure Gebete, die Menschen wie Maria und ihrer Familie den Mut geben, einem unmöglichen System in einer grausamen Realität die Stirn zu bieten.“

*Name geändert

 

Bitte beten Sie für die Christen in der Golfregion:

  • Beten Sie für die jungen Frauen, dass Jesus sie vor Übergriffen schützt.
  • Beten Sie für alle Opfer von Entführungen und Zwangsheirat, dass sie in ihrer Lage Gottes Trost spüren und Zugang zu anderen Christen und Gottes Wort bekommen.
  • Beten Sie, dass den Opfern solcher Angriffe die Flucht gelingt.
  • Beten Sie für christliche Familien in Gebieten, in denen gezielte Übergriffe auf junge Frauen an der Tagesordnung sind – dass sie im Glauben gestärkt werden und weise mit der Bedrohung umgehen können.
  • Beten Sie, dass das Evangelium das geistliche Klima in der Region durchdringt und immer mehr Muslime zum Glauben an Jesus finden.


Hinweis:Am 8. November 2020 ist der Weltweite Gebetstag für verfolgte Christen. Beten Sie mit Ihrer Gemeinde oder Ihrem Hauskreis mit! Kostenloses Gebetsmaterial können Sie unter 06195 6767-167 oder auf www.opendoors.de/gebetstag bestellen.

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